4. Fachtag Regenbogenphilanthropie. Respekt stiften – Menschenrechte stärken.

Die Veranstalterinnen und ihre Ziele

In über 75 Staaten der Erde ist Homosexualität ein Straftatbestand und gleichgeschlechtliche Liebe wird mit drakonischen Strafen bis hin zu Hinrichtungen geahndet. Aufgrund von staatlicher wie gesellschaftlicher Verfolgung können die meisten Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) nur ein Leben im Schatten führen. Gleichzeitig arbeiten Aktivistinnen und Aktivisten weltweit mutig und fieberhaft für die Menschenrechte von LGBTI. Wie können diese von Deutschland aus sinnvoll unterstützt werden? Welchen Beitrag können hiesige Stiftungen, gesellschaftliche Akteure sowie die staatliche Entwicklungszusammenarbeit und Auswärtige Politik für die Verbesserung der Situation und des Alltags von LGBTI leisten? Diese Fragen waren Thema des 4. Fachtags Regenbogenphilanthropie.

Nach der Begrüßung der über 80 Gäste durch Axel Hochrein (Hirschfeld-Eddy-Stiftung) nahmen die vier Veranstalterinnen Stellung zu den Fragen der Moderatorin Karin Heisecke. Günter Dworek verwies darauf, dass die 2007 gegründete Hirschfeld-Eddy-Stiftung bislang weltweit 13 LGBTI-Projekte mit über 220.000 Euro unterstützt hat. Diese Förderung gewährleistet die alltägliche Arbeit in einem schwierigen wie teilweise lebensbedrohlichen Umfeld. Gleichzeitig gilt es diese Stimmen im internationalen Menschenrechtsdiskurs hörbar zu machen. Die Awareness-Bildung in Deutschland ist folglich der zweite Schwerpunkt. Durch Veranstaltungen, Veröffentlichungen und klassischer politischer Arbeit wird das Bewusstsein für die Menschenrechte von LGBTI hierzulande geschärft. Diese Sensibilisierung von Community, zivilgesellschaftlichen wie politischen Organisationen und Akteure ermöglichen wiederum eine nachhaltige und intensivere Stärkung der Projekte im Globalen Süden und Osteuropa.

Eine Zurückhaltung von privaten wie politischen Stiftungen hinsichtlich LGBTI-Menschenrechte konstatierte auch Ise Bosch. Als Auftraggeberin der zwei Regenbogenphilanthropie-Studien hat sich die Dreilinden gGmbH zur Aufgabe gemacht, internationale Ansätze stärker bekannt zu machen und die Akteure zu vernetzen, um Kräfte, Erfahrungen und sogenannte SOGI-Kompetenzen zu bündeln. SOGI steht dabei für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentitäten.

Karen Nolte berichtete, wie die hannchen-mehrzweck-stiftung schnell und unbürokratisch mit Kleinstbeträgen dabei hilft, schwullesbische Projekte zu initiieren. Nach einer Beitrags- bzw. Anschubfinanzierung sollen die Projekte so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen. In den letzten Jahren kommen nun verstärkt Anträge für Projekte außerhalb von Deutschland, so dass die internationale Menschenrechtsarbeit innerhalb der Stiftung immer mehr zum Thema wird.

Schon länger ein Thema sind LGBTI-Menschenrechte für die Heinrich-Böll-Stiftung. Julia Scherf verwies auf diese Tradition und betonte, dass diese Arbeit auf intensive Beziehungen mit den Aktivistinnen und Aktivisten vor Ort beruht. Dieser enge Kontakt ist dabei auch durch die ständige Präsenz aufgrund von 28 Auslandsbüros möglich. So kann die HBS auf eine stolze Bilanz von bislang 33 geförderten Projekten zurückblicken.

Markus Ulrich, Renate Rampf
Hirschfeld-Eddy-Stiftung

4. Fachtag Regenbogenphilanthropie, 1. Oktober 2012 in Berlin
Veranstalterinnen: Dreilinden gGmbH, Hannchen-Mehrzweck-Stiftung,
Heinrich-Böll-Stiftung, Hirschfeld-Eddy-Stiftung

 

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