Orientierung und Geschlechtsidentität als Thema von Stiftungen

Vortrag von Ise Bosch auf dem 4. Fachtag Regenbogenphilanthropie

In ihrem Vortrag vertiefte Ise Bosch ihre Anmerkungen aus der Begrüßungsrunde. So stellte sie die Datenbank „Philanthropy in/sight human rights funding mapping project”  vor, in der seit Neustem alle Menschenrechtsförderungen verzeichnet werden. Eine eigene Kennung ermöglicht nun einen schnellen und ausführlichen Überblick über Förderungen und Zusammenarbeit von Geberorganisation mit LGBTI-Projekten weltweit. Die von Dreilinden geförderte zweite Studie zur Regenbogenphilanthropie „Menschenrechte fördern!“ zeigt die deutsche Unterstützung für LGBTI-Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osteuropa auf. Zwar ist die Förderung im Vergleich zur Vorgängerstudie gestiegen, doch sind die ca. 2Mio € Fördergelder von insgesamt 17 Geberorganisationen angesichts der dramatischen Menschenrechtssituation von LGBTI fast ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auffällig ist auch, dass die großen Geber wie Auswärtiges Amt, Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie die fünf großen Parteistiftungen mit Ausnahme der Heinrich-Böll-Stiftung keine aktive Strategie hätten, um das Thema sexuelle Orientierung und Geschelchtsidentitäten (SOGI) in ihre Arbeit zu integrieren. Ein Wissen darüber findet sich eher bei den Bewegungsstiftungen wie etwa der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, der hannchen-mehrzweck-stiftung oder der Frauenstiftung filia bzw. in anderen kleineren zivilgesellschaftlichen Organisationen. Deren SOGI-Kompetenz gilt es nun in den entwicklungspolitischen Mainstream zu überführen.

Hier finden Sie die Präsentation von Ise Bosch.

Markus Ulrich
Hirschfeld-Eddy-Stiftung

4. Fachtag Regenbogenphilanthropie, 1. Oktober 2012 in Berlin
Veranstalterinnen: Dreilinden gGmbH, Hannchen-Mehrzweck-Stiftung,
Heinrich-Böll-Stiftung, Hirschfeld-Eddy-Stiftung

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