Mit wenig Geld viel erreichen

 Zusammenarbeit mit dem Projekt Magrim in Malawi

Arno Oevermann (Rat und Tat Bremen) und Michael von Studnitz (Reisende Werkschule Schollen) zeigten am Beispiel vom Malawian Gay Rights Movement (MAGRIM) auf wie eine schnelle und erfolgreiche Unterstützung gelingen kann. Wie in so vielen afrikanischen Staaten gilt auch in Malawi Homosexualität als unafrikanisch. Religiös-fundamentalistische Organisationen füllen nach dem Rückzug des Staates zudem die Lücken in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung und Armutsbekämpfung. Traditionelle Kirchen befinden sich auf dem Rückzug oder radikalisieren sich, um neben der oftmals finanziell starken Konkurrenz zu bestehen. Politisch-populistische und religiös verbrämte Homophobie bilden eine unheimliche Allianz gegen LSBTI. Seit vielen Jahren engagiert sich Michael von Studnitz mit der Reisenden Werkschule Scholen auf dem afrikanischen Kontinent. Seit 2006 betreiben sie auch eine Schule im malawischen Makonjeni. Dank dieser langen Kontakte kam als „Huckepack-Projekt“ dann eine erfolgreiche und auf gegenseitigem Vertrauen basierende Partnerschaft mit MAGRIM zustande. Eine Unterstützung kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn sie Entwicklungen in erster Linie beschleunigt und auf bereits vorhandene minimale LGBTI-Infrastrukturen aufbauen kann. Das war mit MAGRIM gegeben. Zudem müssen Geber eine konzeptionelle Eigenständigkeit der Projekte akzeptieren. Es sind die Aktivistinnen und Aktivisten vor Ort, die entscheiden, welche Strategien und Inhalte geeignet sind und welches Risiko sie mit ihrem Engagement eingehen wollen.

Markus Ulrich
Hirschfeld-Eddy-Stiftung

4. Fachtag Regenbogenphilanthropie, 1. Oktober 2012 in Berlin
Veranstalterinnen: Dreilinden gGmbH, Hannchen-Mehrzweck-Stiftung,
Heinrich-Böll-Stiftung, Hirschfeld-Eddy-Stiftung

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