LSVD-Verbandstag: Resolutionen und Vorträge am Sonntag

6. April 2014, der zweite Tag des 26. LSVD-Verbandstags

Manfred Bruns (LSVD-Bundesvorstand) - Foto: Caro KadatzAm Sonntag stellte LSVD-Bundesvorstand Manfred Bruns dem Verbandstag die Resolution „Katholische Kirche muss Worten auch Taten folgen lassen: Verantwortung übernehmen für die Menschenrechte und gegen Diskriminierung“ vor. Darin fordert der LSVD die deutschen Bischöfe und alle Verantwortlichen der römisch-katholischen Kirche in Deutschland auf, die Ausgrenzung von Homosexuellen und Transgender zu beenden und sich in der internationalen Arbeit gegen Verfolgung und Hass einzusetzen. Die jüngsten Äußerungen des Papstes Franziskus, so Bruns, seien zwar neue Töne, aber sie könnten nur ein erster Schritt sein, dem die Übernahme von Verantwortung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender auf der ganzen Welt folgen müsse.

Die Resolution „Katholische Kirche muss Worten auch Taten folgen lassen“ fordert zudem, die Diskriminierung im Arbeitsrecht zu beenden. Sie wurde einstimmig angenommen.

Ein Blick nach Namibia – Lesbisches Leben gestalten

Foto: Caro KadatzElizabeth Khaxas und Liz Frank, zwei Aktivistinnen aus Namibia gaben anschließend einen Einblick in die schwierige Lage, in der sich lesbische Frauen in dem Land befinden. Beide arbeiten im Women´s Leadership Centre (WLC) in der Hauptstadt Windhuk, gehören zu den Pionierinnen der nationalen Lesbenbewegung und haben als Vorstandsmitglieder der Rainbow Coalition eng mit Schwulen zusammengearbeitet.

Die aus Deutschland stammende Liz Frank schilderte, dass in den Neunziger Jahren des Landes unter dem ersten Präsidenten Nujoma Hetzreden gegen Lesben und Schwule sehr verbreitet waren. Unter den Auswirkungen dieser Hass-Propaganda hätten lesbische Frauen bis heute zu leiden, Armut, Gewalt und Depression seien sehr verbreitet, da die Familien Lesben häufig verstießen. „Being ourselves, being resilient“ (Zu uns stehen und Widerstandskraft entwickeln) ist das Motto für ihre Arbeit. Ihr Einsatz ziele ebenso auf politische Rechte wie auf die Förderung von Selbstachtung, die einem Kontext von Hass und Unterdrückung besonders wichtig sei. In ihrer Arbeit hätten sich kreative Ausdrucksformen bewährt, so seien Schreibworkshops und die Fotografie wirksame Mittel des Empowerments, der Stärkung des Selbstbewusstseins von Lesben. Die Fotoausstellung „Wir erschaffen unser eigenes Ebenbild“ im Haus der Demokratie in Berlin zeigt bis zum 5. Mai 2014 eine Auswahl dieser Bilder.

Renate Rampf

LSVD-Pressesprecherin

Fotos: Caro Kadatz

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