African Bodies: Breaking Ground, Building Bridges.“

ILGA Africa Konferenz 2016Pan Africa ILGA-Konferenz in Südafrika

Seit dem vergangenen Wochenende diskutieren über 180 Delegierte aus 34 afrikanischen Staaten im südafrikanischen Johannesburg über LSBTI-Themen und Menschenrechte. Die Aktivist_innen aus so unterschiedlichen Ländern wie Marokko, Äthiopien, Liberia, den Seychellen, Benin, Uganda oder Südafrika sind hier in einem großen Kongresshotel zur zweiten Regionalkonferenz der Pan Africa ILGA (PAI) zusammengekommen. Unter dem Motto „African Bodies: Breaking Ground, Building Bridges.“ Bieten sich genügend Raum, Zeit und Gelegenheiten zum Austausch, Kennenlernen und Networking. Nicht vertreten sind Länder wie Niger, Mauretanien, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Äquatorialguinea oder Sao Tomé, weil es dort, so PAI-Generalsekretär Yahia Zaidi, keine entsprechenden NGOs oder Kontakte gibt.

ILGA Africa Konferenz 2016Das Kongresscenter ist groß genug, dass mehrere Konferenzen zeitgleich stattfinden können. So tagt hier auch die simbabwische Vereinigung der Pensionsfonds. Die zahlreichen Hotelgäste kommen aus verschiedenen Regionen Afrikas. Um die Sicherheit der PAI-Teilnehmenden zu gewährleisten, haben sich die Organisator_innen von PAI und der südafrikanischen NGO Iranti-Org sowie das Hotelmanagement dazu entschlossen, einen separaten Hotelbereich zu reservieren. Dennoch bleibt es nicht aus, dass man sich etwa in der Hotellobby über den Weg läuft. Und so kann man die erstaunten oder auch angewiderten Blicke mancher Hotelgäste angesichts der zahlreichen, zum Teil auffälligen PAI-Delegierten studieren.

ILGA Africa Konferenz 2016Das Konferenz-Programm erstreckt sich über sechs Tage. Die Themenpalette reicht von Menschenrechtsschutz und UN- sowie afrikanische Schutzmechanismen über queering revolution, queering decolonization und queering blackness bis hin zu Religion und Homophobie, Entkriminalisierung, Versammlungsfreiheit und Nord-Süd-Engagement. An den ersten drei Tagen fanden im Rahmen einer Vorkonferenz Workshops zu Sicherheit, UPR-Training, Trans*, Gesundheit und Frauenrechten statt, bevor dann zum Wochenbeginn und pünktlich zum IDAHOT die eigentliche Konferenz startete. Die Ergebnisse aus den Trainings und Workshops werden in Form von Resolutionen und Statements in die Konferenz fließen.

ILGA Africa Konferenz 2016Entwickelt wurde das Programm „in einem kollektiven Arbeitsprozess“ per E‑Mail und Skype vom PAI-Vorstand, Mitarbeitenden und der Mitgliedschaft. Laut Yahia Zaidi trifft sich der PAI-Vorstand zwei Mal im Jahr. Durch die bewusste inhaltliche Einbindung der Mitgliedsorganisationen wolle man diese stärken, PAI stelle den Rahmen zur Verfügung. Immer wieder gibt es Tagesordnungspunkte, die die PAI-Struktur, Vorstandswahlen oder Satzungsfragen betreffen und für die Delegierten und akkreditierten Mitglieder reserviert sind. Presse haben die Veranstalter_innen zwar eingeladen, und ein BBC-Team habe sich auch angemeldet. Aber aufgrund der prekären Lage von LSBTI in einigen Ländern sei man sehr vorsichtig und zurückhaltend in der Pressearbeit. Eine Pressekonferenz finde nicht statt.

Klaus Jetz
Hirschfeld-Eddy-Stiftung



Teile diesen Beitrag:

Tags: ,