Posts Tagged ‘lesbisch’

Von Mit-Müttern und halbherzigen Kompromissen

Geplante Reform des Abstammungsrechts

Im März dieses Jahres hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz den lange erwarteten Entwurf zur Reform des Abstammungsrechts vorgelegt. Durch den Entwurf sollen gleichgeschlechtliche Frauenpaare, in deren Ehe oder Lebenspartnerschaft ein Kind hineingeboren wird, mit verschiedengeschlechtlichen Ehepaaren gleichgestellt werden. Die Mit-Mütter sollen nach § 1592 Abs. 2 Nr. 1 BGB-E wie Ehemänner mit der Geburt des Kindes zweiter rechtlicher Elternteil des Kindes werden. Die bisher notwendige Stiefkindadoption wäre überflüssig. Ebenso soll die Gleichstellung erfolgen bei unverheirateten bzw. unverpartnerten Frauenpaaren, indem eine Frau nach § 1592 Abs. 2 Nr. 2 BGB-E  ihre Mit-Mutterschaft in öffentlich-beurkundeter Form anerkennen kann; auch auf diesem Wege soll die Mit-Mutter von Geburt an zweiter rechtlicher Elternteil des Kindes sein können. weiter…

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Schön, stark, sicher

European Lesbian* Conference (c) EL*CDie European Lesbian* Conference in Kiew

Die Medienaufmerksamkeit war enorm. Schon vor meinem Abflug meldete queer.de einen Angriff auf die zweite European Lesbian* Conference (EL*C). Und so war es dann auch: Am Eröffnungsabend, dem 12. April 2019 demonstrierten ukrainische Rechtsnationale im Eingangs-bereich des Konferenzhotels „Tourist“. Eine Scheibe wurden eingeschlagen und Slogans gesprüht wie „LGBT go away“, Tränengas drang ins Hotel. Die Schweizer Botschaft twitterte, dass sie volles Vertrauen in die ukrainischen Sicherheitskräfte hätte, die Sicherheit der European Lesbian* Conference zu gewährleisten. Anders gesagt: Wir beobachten das genau, bitte passt auf. Die westlich orientierten Kräfte werden das sehr ernst nehmen.

Auch am nächsten Morgen wieder Proteste. Direkt vor dem Eingang des Konferenzhotels versuchte eine kleine Gruppe Frauen, offensichtlich aus dem fundamentalistisch-christlichen Spektrum, den Zugang zur Konferenz zu verwehren. Da die meisten Teilnehmer*innen schon angereist waren, hieß das für uns vor allem: Nicht rausgehen. Drinnen bleiben. weiter…

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Wie gehen wir in unserem Gesundheitssystem mit vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen um?

v.l.n.r. Gabriela Lünsmann, LSVD Bundesvorstand, Dr. Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein (FDP), Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein. © Hans WiedlLSVD-Bundesvorstand Gabriela Lünsmann auf dem Eröffnungspodium “Alt, schwul, arm, Chroniker – wie gehen wir in unserem Gesundheitssystem mit vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen um?” des Kongresses “Vernetzte Gesundheit” am 16./ 17.01 in Kiel

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Garg,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, hier heute anlässlich der Eröffnung der Tagung „Vernetzte Gesundheit“ in meiner Funktion als Bundesvorstand des LSVD, des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland das Wort an Sie zu richten.

Das Verhältnis von lesbischen Frauen, schwulen Männern und trans* und intergeschlechtlichen Menschen zur Medizin ist historisch betrachtet schwierig und geprägt durch Pathologisierung. Erst 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO beschlossen, Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit zu definieren.

Doch wie sieht es mit der lesbischen, schwulen, bi-, trans* und intersexuellen Gesundheit heute aus? weiter…

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Gedenken für die verfolgten Lesben* der NS-Diktatur

Rede von Axel Hochrein (LSVD-Bundesvorstand) auf der Gedenkveranstaltung für die verfolgten und ermordeten Lesben* in der NS-Diktatur

 

Axel Hochrein (LSVD-Bundesvorstand) - Foto: LSVDLiebe Freundinnen, liebe Freunde,

das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgen Homosexuellen, gegenüber dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas, und nicht weit entfernt vom Denkmal für Sinti und Roma, ist ein Ort, wo uns die pervertierte Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus bedrückend begegnet.

Die Verfolgung und Ermordung von Menschen, die nicht in die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten passte. Menschen, die gleichgeschlechtlich liebten, waren eine der Opfergruppen, die in dieser Zeit unvorstellbares Unrecht und Leid erfuhren.

Unrecht kennt kein Geschlecht. Leid kennt kein Geschlecht.

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Was ändert sich durch die neue Richtlinie der Bundesärztekammer zur Entnahme und Übertragung von menschlichen Keimzellen im Rahmen der assistierten Reproduktion?

Für alleinstehende und Frauen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben bzw. mit einer Frau verheiratet sind, ändert sich leider nichts. Sie sind in Deutschland weiterhin auf den guten Willen der Samenbanken und gynäkologischen Praxen angewiesen. Der LSVD fordert, dass durch Bundesgesetz klargestellt wird, dass die assistierte Reproduktion allen Menschen unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung bzw. geschlechtlicher Identität offensteht. weiter…

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Von den afrikanischen Aktivistinnen lernen

Projektbesuch in Botswana (c) privatProjekt Masakhane

Masakhane ist das größte jemals vom Bundesministerium für Entwicklung geförderte Projekt im Bereich LSBTI-Menschenrechte. Das Zulu-Wort lässt sich ins Deutsche übersetzen mit „Kommt, lasst uns gemeinsam stärker werden“. Initiiert vom LSVD und umgesetzt von der Coalition of African Lesbians (CAL) als Projektpartnerin vor Ort und dem LSVD und filia.die frauenstiftung von deutscher Seite, endete dieses Projekt 2017 nach vier Jahren. Gemeinsam mit Sonja Schelper von filia. hat LSVD-Bundesvorstand Uta Schwenke Maskahane als Projektleitung für den LSVD ehrenamtlich betreut und berichtet im Interview über das Projekt.

Masakhane nähert sich dem Ende – welche Assoziationen und Eindrücke verbindest Du mit dem Projekt?

Ich denke zu allererst an die tollen mutigen Aktivistinnen vor Ort. Ihre Professionalität und ihr persönlicher Einsatz haben mich sehr beeindruckt. Ein Einsatz häufig unter schwierigsten Bedingungen und auch immer wieder unter Gefahr für Leib und Leben. Aber schon das tägliche Leben ist für die meisten unserer afrikanischen Kolleginnen viel schwieriger zu organisieren. Viele der Aktivistinnen die ich kennen gelernt habe, haben zudem auch Kinder, die versorgt werden müssen. weiter…

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Lesbische (Un)Sichtbarkeit

Dr. Kirsten Plötz (c) LSVD/ KadatzPanel auf dem LSVD-Verbandstag mit Historikerin Dr. Kirsten Plötz

Einführend erinnerte die Moderatorin, Gabriela Lünsmann, daran, dass das Thema „Lesbische (Un-) Sichtbarkeit” seit vielen Jahren auf der Agenda steht. Es stelle sich die Frage, wie mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Lesben und Schwulen umzugehen sei. Diskutiert werden müsse auch, wie mit sexistischen Strömungen generell, aber auch in der Community umzugehen sei. Und: eine gleichberechtigte Repräsentanz in den Verbandsgremien müsse das Ziel aller sein.

Zudem verwies sie darauf, dass die Themen rechtliche Gleichstellung und Lesbische Sichtbarkeit bei einer Umfrage, die der Bundesvorstand vor dem Verbandstag unter den weiblichen Mitgliedern des Verbandes durchgeführt habe, am häufigsten genannt wurden. weiter…

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Die “Salonfähigen”

(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.deMediale Darstellung im Fokus

Migrant*innen mit Kopftuch, Menschen, die an Rollstühle “gefesselt” sind und Artikel über „Geschlechts-umwandlungen“ und „Schwulenparaden“. Allesamt so klischeehaft wie alltäglich in der Berichterstattung über sogenannte „Randgruppen“. Aber wie sind sie im Tagesgeschäft zu vermeiden? Dieser Frage gingen der LSVD, die Leidmedien und die Neuen Deutschen Medienmacher*innen In der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Die Salonfähigen“ in Berlin nach. Zusammen mit der Bundesvereinigung Trans* (BVT*) gestalteten wir dabei den Abend über Transgeschlechtlichkeit und Homo- bzw. Bisexualität. weiter…

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Starker Verband, starkes Programm, starke Projekte

LSVD beim Verbandstag 2018. Foto: Caro KadatzBericht zum 30. Verbandstag des LSVD, am 21./22.04. in Köln

Mit einem herzlichen Willkommen eröffneten NRW-Landesvorstand Andrea Kretschmer und Bundesvorstand Stefanie Schmidt den 30. Verbandstag in Köln unter dem Motto „Menschenrechte, Vielfalt und Respekt“.

Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker - Foto: Caro KadatzDie Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker begrüßte mit einer sehr persönlichen Rede die über 100 anwesenden LSVD-Mitglieder. Sie war bei der ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließung in Köln anwesend und war berührt zu sehen, was das diesem Frauenpaar bedeutete. Köln sei zwar eine offene und lebensbejahende Stadt und 2017 gab es auch mit der Rehabilitierung und dem Verfassungsgerichtsurteil zum Dritten Geschlechtseintrag wegweisende Entscheidungen doch treibe sie die Sorge um über zunehmende Ressentiments in vielen Bereichen über Menschen, die vermeintlich anders seien. Wir bräuchten die zivilgesellschaftliche Kraft, um gegen Rechtspopulismus vorzugehen. Daher verwies sie auch auf das geplante 2. Regenbogenparlament am 22. September in Köln vom LSVD-Projekt „Miteinander stärken“, bei dem die Stadt Kooperationspartnerin ist. Nur wenn man auch das Bild von LSBTI in die Gesellschaft bringe, dann wird es zur Normalität. weiter…

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Es ist eine Bewegung entstanden…“

Dawn Cavanagh, Geschäftsführerin von CAL beim LSVD (August 2015)Masakhane — Der Projektbesuch bei der Coalition of African Lesbians in Südafrika und Botswana
 
Seit 2014 läuft das Projekt Masakhane zur Stärkung von Lesben, Bi und Trans* im südlichen Afrika. Finanziert wird dieses Vorzeigeprojekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und von filia. Die Coalition of African Lesbians (CAL) führt das Projekt unter Leitung vom LSVD und filia durch. Vom 14. bis 25. Juni reisten Uta Schwenke (Bundesvorstandsfrau beim LSVD) und Sonja Schelper (filia-Geschäftsführerin) nach Südafrika und Botswana, um sich über die Ergebnisse des nun bald endenden Projektes zu informieren.

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