Posts Tagged ‘lesbisch’

„Gesundheitliche Ungleichheiten sind Folgen sozialer Ungleichheiten.“

Interview mit Gabriele Dennert, Professorin an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Sozialmedizin und Public Health mit Schwerpunkt Geschlecht und Diversität

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen sexueller Orientierung / Lebensweise und Gesundheit in Bezug auf die Situation in Deutschland?

Nicht-heterosexuelle Menschen erleben Diskriminierung und Gewalt und auch in Deutschland immer noch rechtliche Ungleichstellungen und Benachteiligungen. Ganz allgemein lässt sich grundsätzlich beobachten, dass derartige Erfahrungen eine Auswirkung auf die gesundheitliche Situation und auch auf die Qualität der Gesundheitsversorgung haben. Das zeigt sich nicht nur für Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, sondern auch bei anderen gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen. Menschen, die einkommensarm sind, haben zum Beispiel eine deutlich verkürzte Lebenserwartung gegenüber Personen, die ein überdurchschnittliches Einkommen haben. Durch Rassismus diskriminierte Personen haben vielfältige gesundheitliche Nachteile gegenüber weißen/nicht rassistisch diskriminierten Menschen. Auch die ungleichen Geschlechterverhältnisse haben gesundheitliche Folgen. Gesellschaftliche Verhältnisse schreiben sich in das Leben und die Körper von Menschen ein – und ungleiche Verhältnisse schreiben sich eben als gesundheitliche Ungleichheiten ein. weiter…

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Lesbian Spring in Tunisia?!

Amina (c) privatAmina, 21, Sidi BouSaid, Tunesia

When I talk to Amina and listen to what she says I am deeply impressed by the strength she shows, her power, her energy. I wonder, if a young woman of 21 years can seriously be so self confident and positive about what she does. Amina gives home to young people who have been thrown out of their homes by their parents because they are gay or lesbian. Amina just finished her High School and her plan is to study political science in the near future. She lives in a place called Sidi BouSaid. It’s a small town north east of Tunis, with nice small houses painted in white and blue. Up the hill you have a beautiful view of the open Mediterranean Sea. Amina lives in the neighborhood on the top of the hill. She says that the people who live here like her. They know her well, although she is different. The waiter in the local restaurant where I am having dinner with her obliviously knows her and when communicating they kind of play with each other. It seems to me that this older man has a lot of respect and appreciation for Amina. Her arms are covered with tattoos and she likes to smoke and to enjoy a glass of wine. weiter…

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Menschenrechte für alle

Uta Schwenke (2 v.l.) und Sonja Schelper (filia 3. v.r.) beim Besuch im CAL-BüroProjektbeispiel Südliches Afrika

„Masakhane“ ist das größte jemals vom Bundesministerium für Entwicklung geförderte Projekt im Bereich LSBTI-Menschenrechte. Das Zulu-Wort lässt sich ins Deutsche übersetzen mit „Kommt, lasst uns gemeinsam stärker werden“. Initiiert vom LSVD und umgesetzt von der Coalition of African Lesbians (CAL) als Projektpartnerin vor Ort und dem LSVD und filia.die frauenstiftung von deutscher Seite, läuft dieses Projekt seit 2013. Ziele des Projekts sind die bessere Vernetzung, das „Capacity Building“ und die Selbstermächtigung von Lesben, bisexuellen Frauen und Trans* in Subsahara Afrika. Nun wird Masakahne als Best practice Projekt in der Broschüre „Mehr als Alles. Der Beitrag von Religionsgemeinschaften und Menschenrechtsorganisationen zu nachhaltiger Entwicklung“ von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit vorgestellt. Im bLOG veröffentlichen wir nun mit freundlicher Genehmigung ebenfalls den Beitrag von LSVD-Bundesvorstand Uta Schwenke, die Maskahane für den LSVD betreut.

Überall auf der Welt sind Homosexuelle immer dann besonders von Verfolgung und Ausgrenzung betroffen, wenn Willkür und Ungleichheit herrschen und die Regierungen kaum in der Lage oder willens sind, für medizinische Versorgung und gute Bildungschancen zu sorgen. Doch Menschenrechte müssen für alle gelten und damit auch für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle (LSBTI). Alle haben das Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, Schutz der Privatsphäre sowie sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung. Für diese Rechte kämpft Masakhane. weiter…

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LSVD unterstützt CEDAW-Allianz

CEDAW-Allianz Gruppenbild (c) FrauenratMitarbeit am Bericht der Zivilgesellschaft zur Frauenrechtskonvention

Im Juni 2015 hat die Bundesregierung den kombinierten 7. und 8. Staatenbericht zur Verwirklichung des UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau vorgelegt. Der Bericht ist seitdem als Bundestagsdrucksache 18/5100 der Öffentlichkeit zugänglich. Der Deutsche Frauenrat hat zivilgesellschaftliche Organisationen eingeladen, zu diesem Bericht einen Alternativbericht zu erarbeiten, der die Ausführungen der Bundesregierung kritisch kommentiert.

Am 27.11. wurde in einem Dialogforum die CEDAW-Allianz gegründet und eine Verfahrensordnung zur Erstellung des Berichts sowie dessen Struktur festgelegt. Der LSVD wird in vier der insgesamt sieben Arbeitsgruppen mitarbeiten, die Teile des Berichtes verfassen: In der AG Gesundheit wird dies Bundesvorständin Gabriela Lünsmann sein, in der AG Bildung und Rollenstereotype Pressesprecher Markus Ulrich, in der AG Internationales Bundesvorständin Uta Schwenke und in der AG Gewalt gegen Frauen Bundesvorständin Henny Engels. weiter…

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„Ihr seid meine Motivation. Menschen in aller Welt lieben mich, sie unterstützen meinen Kampf und beraten mich.“

Kasha Nabagesera im LSVD-Interview

Kasha Nabagesera, was bedeutet der Right Livelihood Award für dich und deine Arbeit?

Zunächst ist er eine sehr große Ehre und eine Anerkennung für mich und meine Arbeit. Und dann gibt er mir mehr Schutz und Sicherheit ganz einfach dadurch, dass er die Sichtbarkeit für uns und unsere Arbeit in Uganda und auch international erhöht. Er ist Ansporn für mich, für uns LSBTI in Uganda und Afrika überhaupt, unsere Menschenrechtsarbeit fortzusetzen. Jetzt sind wir Teil eines noch größeren Netzwerks, und ich bin Teil einer wunderbaren Familie von 165 Preisträger_innen und von Menschen, auf die ich mich verlassen kann. Der Preis ist auch mit finanziellen Ressourcen verbunden, die wir für unsere Projekte dringend brauchen. Ich freue mich auf die Rückkehr nach Uganda und die anstehende Arbeit. weiter…

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„Es gibt viel zu feiern, nämlich unseren eigenen Mut und unsere Widerstandsfähigkeit gegen diejenigen, die uns unterdrücken wollen.“

Dawn Cavanagh (c) LSVD „Masakhane“ ist das größte jemals vom Bundesministerium für Entwicklung geförderte Projekt im Bereich LSBTI-Menschenrechte. Das Zulu-Wort lässt sich ins Deutsche übersetzen mit „Kommt, lasst uns gemeinsam stärker werden“. Initiiert vom LSVD und umgesetzt von der Coalition of African Lesbians (CAL) als Projektpartnerin vor Ort und dem LSVD und filia.die frauenstiftung von deutscher Seite, läuft dieses Projekt seit 2013. Ziele des Projekts sind die bessere Vernetzung, das „Capacity Building“ und die Selbstermächtigung von Lesben, bisexuellen Frauen und Trans* in Subsahara Afrika. Dawn Cavanagh, Geschäftsführerin von CAL im Gespräch mit LSVD-Bundesvorstand Uta Schwenke und Judith Menzl. (englische Originialversion)

LSVD: Dawn Cavanagh, herzlich Willkommen in Deutschland und in dem Berliner Büro des LSVD. Wir freuen uns sehr, dass Sie auf Ihrem Weg nach Genf einen Zwischenstopp in Berlin eingelegt haben und sich die Zeit für ein Interview mit uns nehmen.

Dawn Cavanagh: Vielen Dank, es ist wundervoll hier zu sein, in Berlin und bei Ihnen im LSVD. Ich liebe diese Stadt. Ich liebe Berlin. Es gefällt mir.

LSVD: Sie sind die Leiterin der Coalition of African Lesbians. Können Sie uns ein bisschen davon erzählen und was Sie dort machen?

Cavanagh: Die Coalition of African Lesbians ist ein Netzwerk, basierend auf 30 Mitgliedsorganisationen in neunzehn verschiedenen Ländern in Sub-Sahara Afrika. Wir sind Aktivistinnen. Wir sind Feministinnen. Wir bringen feministischen Aktivismus in unsere Arbeit, die sich hauptsächlich auf Überzeugungsarbeit konzentriert. Wir wollen Veränderungen in Richtlinien, Gesetzen, Strategien und in der Praxis von Menschenrechten für alle Menschen, in allen Ländern des afrikanischen Kontinents. Aber offensichtlich, da wir Frauen sind, verfolgen wir diese Ziele leidenschaftlich mit einem Fokus auf Frauenrechte. Und man kann nicht für Frauenrechte kämpfen, ohne sich dabei auch mit den sexuellen und reproduktiven Rechten auseinanderzusetzen. Also sind Sexualität und Gender ein sehr wichtiger Teil unserer Advocacy-Arbeit. weiter…

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Wie Lesben weltweit sichtbar werden. Vorbild Masakhane Projekt

Birgit Bosold (Schwules Museum*) ,  Manuela Kay (L-Mag), Dawn Cavanagh (Coalition of African Lesbians),  Uta Schwenke (LSVD-Bundesvorstand), Judith Menzl (Übersetzung), Markus Ulrich (LSVD-Pressesprecher) und Eva Henkel (Moderation)  (c) LSVD / KadatzInternationales Gespräch über lesbische Präsenz in politischen Netzwerken und Kampagnen

Gemeinsam stärker werden – eine einfache Formel für politische Netzwerkarbeit, die es in sich hat. Wie können Lesben ihre Präsenz, Sichtbarkeit und politische Wirksamkeit in Netzwerken stärken? Das war das Thema eines vom LSVD in Kooperation mit L-Mag veranstalteten Diskussionsabends in der Werkstatt der Kulturen am 9. Juni in Berlin.

Im Mittelpunkt der Diskussion und beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit von auf den ersten Blick nicht so wahrscheinlichen Partner/innen stand Dawn Cavanagh, Direktorin der Coalition of African Lesbians (CAL), mit ihrem Projekt „Masakhane“. Das Zulu-Wort lässt sich ins Deutsche übersetzen mit „Kommt, lasst uns gemeinsam stärker werden“. Initiiert vom LSVD und umgesetzt von CAL als Projektpartnerin vor Ort und dem LSVD und filia.die frauenstiftung von deutscher Seite läuft dieses Projekt seit 2013. Ganz überwiegend finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), widmet sich Masakhane der besseren Vernetzung, dem „Capacity Building“ und der Selbstermächtigung von Lesben, bisexuellen Frauen und Trans* in Subsahara Afrika. weiter…

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Wie Lesben weltweit sichtbar werden – Vorbild Masakhane Projekt

Internationales Gespräch über lesbische Präsenz in politischen Netzwerken und Kampagnen (09. Juni 2015)

veranstaltet vom LSVD und präsentiert von L-Mag

mit
Dawn Cavanagh (Coalition of African Lesbians)
Uta Schwenke (LSVD)
Manuela Kay (L-Mag)
Birgit Bosold (Schwules Museum*)

moderiert von Eva Henkel und Impulsinterview mit Dawn Cavanagh von Karin Heisecke.

Veranstaltungsbericht

Veranstaltungsankündigung

Fotos: LSVD / Caro Kadatz

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Gegengift zu Rassismus und Homophobie

(c) ArsenSelly – die offen lesbische Frontfrau von Arsen

Selly, du bist Frontfrau von Arsen, einer Berliner Rockband zwischen Metal und Punk plus Pop-Elementen in deutscher und türkischer Sprache. Wie bist du zur Musik gekommen und wie hat sich Arsen gefunden?

Selly: Ich hatte schon als Kind immer das Bedürfnis zu singen, wenn ich Musik gehört habe. Mit 10 oder 11 Jahren, da lebte ich noch in der Türkei, schaltete ich immer meinen Walkman ein, schnappte mir einen Tennisschläger und rockte so zu Anadolu Rock, die häufigste Form türkischer Rockmusik. Intensiver beschäftigte ich mich mit Musik, als ich mir mit 18 eine Akustikgitarre gekauft habe. Nachdem ich die ersten Akkorde greifen konnte, fing ich an, leichte türkische Songs nachzuspielen und zu singen. Ich lernte eine türkische Rockband namens Stoneheads in Berlin kennen und begegnete dabei Koray. Mit ihm gründete ich dann eine Band und wir wollten zusammen türkische Rocksongs schreiben. Nach einer Weile mussten wir es leider aufgeben, weil wir keine weiteren Musiker finden konnten. Kurze Zeit später antwortete Norman auf meine Anzeige im Internet weiter…

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Lesben, Schwule, Transgender in der medialen Darstellung

Konstanze GerhardLSVD Schleswig Holstein steuert gegen

Eine angemessene mediale Darstellung ist die Vorbedingung zur Artikulation politischer Interessen von Minderheiten. Deswegen gilt: Berichte über Lesben und Schwule, eingebettet in Bezüge wie Eheöffnung, Adoptionsrecht oder Menschenrechte, sind wichtig. Nur durch sie wird wahrgenommen, dass Lesben und Schwule im Jahr 2014, 13 Jahre nach Einführung der Eingetragenen Partnerschaft, immer noch nicht mit Heterosexuellen gleichgestellt sind.

In der gesellschaftlichen Wahrnehmung können Lesben und Schwule „heiraten“. In der staatlichen Realität können sie es nicht. Sie können lediglich eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die bei jeder Angabe des Familienstands zu einem „Zwangsouting“ führt. Auch können Lesben und Schwule immer noch nicht gemeinsam Kinder adoptieren. Beim Blick über die Grenzen wird deutlich: Während einige Staaten die vollständige rechtliche Gleichstellung umsetzen, geht es in zahlreichen anderen um grundlegende Menschen- und Bürgerrechte. In mehr als 70 Staaten werden Lesben und Schwule weiterhin strafrechtlich verfolgt – bis hin zur Todesstrafe im Sudan, Somalia, Mauretanien und in Nigeria. Russland, Uganda und Gambia haben 2013/2014 ihre Gesetze sogar verschärft. Auch dieses Menschenrechtsthema muss Eingang in internationale Berichterstattung finden. weiter…

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