Posts Tagged ‘Gedenken’

Ehe Für Alle – eine Chronik

07. Juli 2017: Der Bundesrat beschließt bereits am 7. Juli die einfachgesetzliche Ehe-Ööffnung endgültig.

30. Juni 2017:  Abstimmung im Bundestag: 393 Abgeordnete stimmen für Gleichstellung, 226 dagegen und vier enthalten sich.

28. Juni 2017: Der Rechtsausschuss des Bundestages empfiehlt mehrheitlich, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf Grundlage des Gesetzentwurfes des
Bundesrats geöffnet werden soll.

27. Juni 2017: CDU und CSU heben den Fraktionszwang auf.

26. Juni 2017: Kanzlerin Merkel rückt auf einer Podiumsdiskussion von ihrer Blockade bei der Ehe-Öffnung ab und schlägt die Freigabe der Abstimmung im Parlament als Gewissensfrage für die Abgeordneten vor.

25. Juni 2017: Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verpflichtet sich in seiner Rede beim SPD-Bundesparteitag: „Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem die Ehe für alle nicht verankert ist.“

24. Juni 2017: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner erklärt ebenfalls: Ohne Ehe für alle keine Koalition

17. Juni 2017: Auf ihrem Parteitag machen die Grünen die Ehe für alle zur Koalitionsbedingung

April 2017: Der LSVD verabschiedet auf seinem 29. LSVD-Verbandstag seine Forderungen zur Bundestagswahl 2017. U.a. möchten wir von den Parteien wissen: Werden Sie einen Koalitionsvertrag nur dann unterzeichnen, wenn darin die Öffnung der Ehe enthalten ist (2.3.)?

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Karl Heinrich Ulrichs

 Symbolische Straßenumbenennung CSD 2011 © by Axel Hildebrand Vorkämpfer der homosexuellen Emanzipationsbewegung

Karl Heinrich Ulrichs legte vor 150 Jahren auf dem Deutschen Juristentag den Grundstein für die homosexuelle Emanzipation. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir uns an Gerhard Hoffmann und Dirk Siegfried gewandt, die Initiatoren der Umbenennung der Einemstraße in die Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße in Berlin.

1 . Warum ist das Engagement von Karl Heinrich Ulrichs so wichtig für die Geschichte?

Am 29. August 2017 jährt sich zum 150. Mal der erste öffentliche Auftritt eines homosexuellen Mannes weltweit. Karl Heinrich Ulrichs, der Vorkämpfer und Urvater unserer Bewegung, forderte am 29. August 1867 auf dem Deutschen Juristentag in München die Abschaffung antihomosexueller Gesetze. weiter…

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120 Jahre homosexuelle Emanzipationsbewegung

Magnus-Hirschfeld-Denkmal in Berlin

Stephan Seifert, Sascha Ratayski (beide Architekten), Stephanie Kuhnen (Projektleiterin), Wolfgang Knapp (Universität der Künste Berlin), Ruth Gabrielle Cohen (Großnichte von Dr. Magnus Hirschfeld), Dr. Christian Hanke (Bürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte), Jörg Steinert (Geschäftsführer LSVD Berlin-Brandenburg), Martin Binder (Internationale Arbeitsgruppe aus Kunst, Architektur und Design) (v.l.n.r.) - Foto: Semiramis Ceylan-Ahlborn, LSVD Berlin war vor 120 Jahren Ursprung und Motor der homosexuellen Emanzipation. Der jüdische Arzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld gründete hier 1897 zusammen mit dem Juristen Eduard Oberg, dem Verleger Max Spohr und dem Schriftsteller Franz Josef von Bülow das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK), die weltweit erste Organisation, die sich für die Bürgerrechte Homosexueller einsetzte. Das Wirken von Hirschfeld und seinen Mitstreitern nahm weltweit Einfluss auf die Abschaffung antihomosexueller Straftatbestände. Seit vielen Jahren engagiert sich der LSVD Berlin-Brandenburg für ein Denkmal für diese Bewegung.

Unser Verband bemühte sich seit 1992 um einen Gedenkort für Magnus Hirschfeld in Berlin. Zum 100. Gründungstag des WhK benannten wir in einer symbolischen Aktion den Vorplatz der Kongresshalle in Magnus-Hirschfeld-Platz um. 1998 entschied der damalige Bausenator einen am Bundeskanzleramt über die Spree führenden Steg nach Hirschfeld zu benennen. Nachdem der Steg bis 2007 nicht gebaut wurde, wendete sich der LSVD an Senat und Bezirk, um einen Ersatzort zu finden. Man verständigte sich auf den Ufer­ab­schnitt zwischen Luther- und Moltkebrücke gegenüber dem Bundeskanzleramt. Das Magnus-Hirschfeld-Ufer wurde am 6. Mai 2008 feierlich eingeweiht. 2011 folgten Gedenktafeln am Ufer. Diese informieren aber nicht nur über das Leben von Magnus Hirschfeld, sondern über das Wirken einer ganzen Bewegung. weiter…

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„Erneut sind kleine oder auch nicht so kleine Schritte zu einer Entsolidarisierung hier in unserer Gesellschaft festzustellen.“

GedenkfeierDokumentation der Ansprache von Ulrich Keßler, Vorstand des LSVD Berlin-Brandenburg, bei der Gedenkfeier für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am 27. Januar 2017

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

im Namen der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und des Lesben- und Schwulenverbandes begrüße ich Sie zu der heutigen Gedenkveranstaltung. Ausdrücklich begrüßen möchte ich die erschienenen Mitglieder des Deutschen Bundestages, des Berliner Abgeordnetenhauses und des Brandenburger Landtages, namentlich Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages sowie die Präsidiumsmitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses und des Brandenburger Landestages, die anwesenden Partei- und Fraktionsvorsitzenden, als Vertreterin des Bundesregierung Staatssekretärin Elke Ferner, für den Berliner Senat Senatorin Katrin Lompscher, Senator Dr. Dirk Behrendt sowie Senator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen, Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Superintendenten von Tempelhof-Schöneberg, Michael Raddatz, Vertreterinnen und Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld sowie von Parteien und Gewerkschaften. Angesichts der Witterung freut es mich aber auch besonders, dass nicht nur die Genannten – gerne – ihrer Dienstpflicht nachkommen, sondern dass auch wieder zahlreiche Privatpersonen erschienen sind. weiter…

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Nie wieder, nie vergessen

Gedenkfeier am Denkmal

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas luden anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein. Wir danken den vielen Besucher*innen – darunter auch zahlreiche Abgeordneten von CDU, SPD, Linken, Grünen und FDP des Berliner Abgeordnetenhauses und des Brandenburger Landtages sowie des Deutschen Bundestages.

 

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„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Und alle Menschen haben ein Recht darauf zu Leben und zu Lieben.“

Chemnitzer Gedenkfeier für die Opfer des NationalsozialismusDokumentation der Rede von Tom Haus, Landesvorstand des LSVD Sachsen, anlässlich der Chemnitzer Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Stadträt*Innen, meine Damen und Herren, liebe Freund*innen,

heute gedenken wir aller Opfer des Nationalsozialismus: der Opfer des Holocausts an den europäischen Juden, der Opfer des Völkermordes an Sinti und Roma und wir gedenken der Menschen, die als politische Gegner, als Homosexuelle oder aus vielen anderen Gründen verfolgt, eingesperrt und ermordet wurden. Wir sind hier, um die Erinnerung an das Unrecht wachzuhalten, die Erinnerung daran, wie Menschen ab 1933 entrechtet wurden.
Wir erinnern daran, dass die Lebenswelten von Lesben und Schwulen radikal zerschlagen wurden. Wir erinnern an das Auslöschen der Vereine, an das Verbot der Zeitschriften. Wir erinnern an Razzien, an Denunziationen, an die Verschärfung des § 175, an zehntausende Strafprozesse gegen schwule Männer. Und wir erinnern an Zuchthaus, an KZ, an den Rosa Winkel, an Folter, an grauenvolle pseudomedizinische Versuche, an Zwangskastrationen und an tausendfaches Morden. weiter…

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Abschied von Guido Westerwelle

Urheber: 	Tim ReckmannGuido Westerwelle hat den langen Kampf gegen seine Krankheit leider verloren. Sein tragischer und viel zu früher Tod hat uns sehr bewegt. Unser tiefes Mitgefühl gilt seinem Mann Michael Mronz und all seinen weiteren Angehörigen.

Guido Westerwelle war der erste offen schwule Außenminister Deutschlands. Das wurde auch international wahrgenommen. Öffentliche Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben ist wichtig und hat Vorbildfunktion für eine selbstverständliche Teilhabe an Gesellschaft und Politik. So hat er auch bei seinen Auftritten und Aktivitäten auf internationaler Ebene Zeichen gesetzt.

Während seiner Zeit als Außenminister hat das Auswärtige Amt erstmalig Projekte zur Durchsetzung der Menschenrechte von Lesben, Schwulen und Transgender gefördert. Das war ein wichtiger Meilenstein für den weltweiten Kampf gegen die Kriminalisierung von Homosexualität und die Verfolgung von Lesben, Schwulen und Transgender.

 

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Gedenken an Martin Pfarr

Trauerfeier für LSVD-Bundesvorstand

Ein Kämpfer für Demokratie und Bürgerrechte. Nachruf auf Martin Pfarr

Fotos: Henny Engels
LSVD-Bundesvorstand

 

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Gedenkfeier für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Anlässlich des 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz luden der LSVD Berlin-Brandenburg und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein. In ihrer Rede erinnerte die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping an die vielen Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebten. Sie rief dazu auf, tagtäglich für gesellschaftliche Akzeptanz und demokratische Grundrechte einzustehen. Anschließlich legten Vertreter_innen der Community  und Abgeordnete aus allen Fraktionen des Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses Kränze nieder und gedachten der Opfer. Unter ihnen die beiden Bundestagsvizepräsidentinnen Petra Pau und Claudia Roth, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Caren Marks sowie der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland Michael Roth.

 

 

Fotos: Markus Ulrich (LSVD) / Jenifer Stolz (Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

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Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung

Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung© Tatjana Meyer

Der LSVD Berlin-Brandenburg und die Universität der Künste Berlin (UdK) präsentierten vom 5. bis 15. November 2015 die Entwürfe für das Denkmal für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung im Berliner Haus der Kulturen der Welt .

Die neunköpfige Jury des Denkmals hat am 13. November den Siegerentwurf verkündet. Zur Auswahl standen fünf Entwürfe einer internationalen Arbeitsgruppe aus Kunst, Architektur und Design am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste.

Hierzu erklärte Dr. Berndt Schmidt, Sprecher der Jury: „Es gab eine sehr engagierte Diskussion, an deren Ende sich die große Mehrheit für den Entwurf CALLA entschieden hat. Die Jury ist der Überzeugung, dass das Denkmal selbstbewusst und positiv wirkt und eine beeindruckende Fernwirkung entwickelt. Die CALLA-Lilie besitzt weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze. Somit ist sie ein Symbol für die Normalität der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in der Natur.“ weiter…

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