LSBTIQ*-Inklusionskonzept für die Auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit

Von der Forderung aus der Zivilgesellschaft zum Regierungspapier – eine Chronologie

Norwegen, Schweden, die Niederlande, Großbritannien und Kanada, alle haben es: ein Konzept, um in der Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auch auf die Existenz und die Bedürfnisse von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) einzugehen. Deutschland ist ein wichtiges Geberland in der Entwicklungszusammenarbeit, hat aber bis heute keine umfassende,  wie die Menschenrechte von LSBTI in die internationale Politik konkret und nachhaltig einbezogen werden können. Der LSVD, die Hirschfeld-Eddy-Stiftung und die Yogyakarta-Allianz fordern daher seit Jahren einen LSBTI-Aktionsplan für die deutsche Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben 2017 angekündigt, ein LSBTIQ*-Inklusionskonzept zu erarbeiten. Wir erwarten, dass diese Ankündigung endlich wahrgemacht und dann auch konkret umgesetzt wird. Unsere konzeptuellen Vorschläge und Forderungen haben wir vorgetragen und publiziert.

Wir dokumentieren die Chronologie von der ersten Forderung bis heute. weiter…

Art can connect people of any sex, sexual orientation and gender identity — anywhere.

Vom 22.–25. März 2019 findet zum zweiten Mal das „Mawjoudin Queer Film Festival“ in Tunesien statt.  “Mawjoudin – We Exist” (wir existieren) ist eine tunesische LSBTI-Organisation, die sich Anfang 2015 gegründet hat, um für die Rechte von queeren Menschen in Tunesien zu kämpfen. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die Menschenrechtsstiftung des LSVD, unterstützt das Festival auch 2019 wieder. Guido Schäfer arbeitet ehrenamtlich für unsere Stiftung. Wir dokumentieren sein Grußwort zur Eröffnung.

Dear
Dear Members and Friends of Mawjoudin,
Dear Guest,

I am Guido Schäfer and I work for the Hirschfeld-Eddy-Foundation, which is a Human Rights Organization in Germany.

I work and volunteer for Human Rights for LGBTIQ people as I had my own coming out in the 1990s. At that time acceptance of gay people in Germany was still in a difficult phase and I have seen the damage that intolerance can do. weiter…

Mawjoudin Queer Film Festival

Queeres Filmfestival in Tunesien

Vom 22.–25. März 2019 findet zum zweiten Mal das „Mawjoudin Queer Film Festival“ statt.  “Mawjoudin – We Exist” (wir existieren) ist eine tunesische LSBTI-Organisation, die sich Anfang 2015 gegründet hat, um für die Rechte von queeren Menschen in Tunesien zu kämpfen. Nun veranstalten sie bereits zum zweiten Mal ein queeres Filmfestival in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die Menschenrechtsstiftung des LSVD, unterstützt das Festival auch 2019 wieder. Guido Schäfer arbeitet ehrenamtlich für unsere Stiftung, wird vor Ort sein und hat mit den Organisator*innen gesprochen. weiter…

Um Freiheit, Gleichheit und Respekt muss täglich neu gerungen werden. Das leisten die Kolleg*innen der AG Schwule Lehrer in ihrem Berufsalltag und das verwirklichen sie in ihrem gewerkschaftlichen Engagement.”

Grußwort zum Festakt 40 Jahre „Arbeitsgemeinschaft schwuler Lehrer in der GEW Berlin“

Liebe Doreen Siebernik, lieber Alexander Lotz,
liebe Freundinnen und Freunde,

unsere herzlichsten Glückwünsche zum vierzigjährigen Jubiläum! Gratulation zu vier Jahrzehnten ebenso hartnäckigem wie erfolgreichem Engagements gegen Diskriminierung, für Aufklärung und Akzeptanz. Der Ertrag Eurer Arbeit reicht weit über die Schule hinaus und ist ein Gewinn für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.

Ihr habt ganz maßgeblich mitbewirkt, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) von der Mehrheit der Gesellschaft als ein Teil gelebter Normalität akzeptiert werden – eine Normalität, die selbstverständlich auch für die Schule gelten muss. weiter…

Wie gehen wir in unserem Gesundheitssystem mit vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen um?

v.l.n.r. Gabriela Lünsmann, LSVD Bundesvorstand, Dr. Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein (FDP), Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein. © Hans WiedlLSVD-Bundesvorstand Gabriela Lünsmann auf dem Eröffnungspodium “Alt, schwul, arm, Chroniker – wie gehen wir in unserem Gesundheitssystem mit vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen um?” des Kongresses “Vernetzte Gesundheit” am 16./ 17.01 in Kiel

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Garg,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, hier heute anlässlich der Eröffnung der Tagung „Vernetzte Gesundheit“ in meiner Funktion als Bundesvorstand des LSVD, des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland das Wort an Sie zu richten.

Das Verhältnis von lesbischen Frauen, schwulen Männern und trans* und intergeschlechtlichen Menschen zur Medizin ist historisch betrachtet schwierig und geprägt durch Pathologisierung. Erst 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO beschlossen, Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit zu definieren.

Doch wie sieht es mit der lesbischen, schwulen, bi-, trans* und intersexuellen Gesundheit heute aus? weiter…

Wir sollten jedes Jahr diese Auseinandersetzung suchen – damit wir nicht vergessen, dass wir das nicht vergessen dürfen“

Dokumentation der Rede von Henny Engels (Sprecherin Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf und Mitglied im LSVD-Bundesvorstand) auf dem Parkfriedhof Marzahn am 26.1.2019, anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Wir gedenken hier und heute der Opfer der Verbrechen, die das nationalsozialistische Deutschland an Millionen von Menschen beging. Wir gedenken der 6 Millionen ermordeten Jüd*innen, die in den Vernichtungslagern oder bei Massenerschießungen den Tod fanden. Wir gedenken der 500.000 ermordeten Kinder, Frauen und Männer der Sinti und Roma. Wir gedenken ermordeter Gegner*innen des NS-Regimes aus der Arbeiterbewegung, der kommunistischen Partei, der sozialdemokratischen Partei, den christlichen Kirchen, der Jugendbewegung. Wir gedenken der mehr als 300.000 im Rahmen des so genannten Euthanasieprogramms ermordeten Frauen, Kinder und Männer. An ihr Schicksal erinnert die Ausstellung „Töten aus Überzeugung“ ab dem 1. Februar in der Volkshochschule des Bezirks. Wir gedenken der ermordeten Schwulen und Lesben. Wir gedenken der ermordeten und zu Tode gepeinigten Zwangsarbeiter*innen; 1400 von ihnen sind auf diesem Friedhof bestattet. Und wir gedenken der Millionen Männer, Frauen und Kinder, die durch den von Deutschland begonnenen Krieg den Tod fanden. weiter…

Voll im Bild?!

Wie geht eine diskriminierungsarme Bild-Berichterstattung?

Bilder spielen in der medialen Berichterstattung eine fundamentale Rolle. Deshalb ist es wichtig, dass sie die Wirklichkeit möglichst realitätsgetreu abbilden. Und dennoch sind die in der Presse verwendeten Fotos nicht selten durch Klischees, Stereotype und Sehgewohnheiten der Rezipient*innen geprägt.

Die Neuen Deutschen Medienmacher, die Sozialhelden e. V. und der LSVD daher gemeinsam den Workshop: „Voll im Bild?! Workshop für diskriminierungsarme Bild-Berichterstattung“ organisiert. weiter…

Der Wille ist da, der Weg aber noch weit

LGBTI Support Center, MazeonienÜber die Arbeit des LGBTI Support Center in Skopje, Mazedonien

Mazedonien ist ein kleines Land mit rd. 2,1 Millionen Einwohner in Südosteuropa. Es bildet die südöstliche Grenze der politisch als Westbalkan bezeichneten Region und ist damit ein Beitrittskandidat der Europäischen Union. In Deutschland hört man wenig über Mazedonien, wenn nicht gerade, wie im Oktober, ein so bedeutendes wie emotionales Referendum über den zukünftigen Namen des offiziell international immer noch als „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ bezeichneten Staates ansteht. 

Ich habe Skopje besucht, um an der Konferenz der Equal Rights Association for the Western Balkans and Turkey (ERA) teilzunehmen, die im Oktober 2018 in Skopje stattfand. weiter…

Russisches Queerfest überlebt gefälschte Bombendrohungen

Bericht vom Fachkräfteaustausch des LSVD Hamburg mit Partnerorganisationen aus St. Petersburg — #CivilSocietyCooperation 

Das russische Pride Festival Queerfest feierte sein 10-jähriges Jubiläum vom 20.09. bis 29.09.2018 in St. Petersburg. Zu der Abschlussveranstaltung mit einem Konzert der russischen Sänger*in Dana Sokolova kamen 700 Besucher*innen. Trotz Bombendrohungen wurde das Festival von 2800 Menschen besucht. Über 50000 Menschen haben das Festival online verfolgt.

Der LSVD Hamburg war im Rahmen eines Fachkräfteaustausches mit Partnerorganisationen vor Ort und vom 24. – 29.09. zu Gast beim Queerfest. Am Tage haben wir Organisationen und Projekte besucht und uns über die Arbeitsbedingungen für LSBTI informiert. In den zahlreichen Gesprächen hat sich immer wieder gezeigt, wie schlecht es um die Menschenrechte – nicht nur für LSBTI – bestellt ist. Nachhaltig hat uns beeindruckt, dass gerade junge Menschen, die unter enormen Druck aufwachsen müssen und ständig Diskriminierungen und Repressionen ausgesetzt sind, in ihrem Engagement nicht zu bremsen sind. Ähnlich wie bei uns wird die Arbeit ehrenamtlich gestemmt. weiter…

Gute Konferenzergebnisse

Rechte einfordern, die Zukunft mitgestalten, mit Behörden zusammenarbeiten und Regierungsvertreter*innen für ihr Handeln oder ihre Inaktivität zur Rechenschaft ziehen. Darum geht es dem regionalen Netzwerk LGBTI Equal Rights Association ERA im Westbalkan und der Türkei. Die in der ersten Oktober-Woche durchgeführte ERA-Jahreskonferenz in Skopje war die erste ihrer Art in Mazedonien. Sie fand mit Unterstützung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und des LSVD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes statt und bot für ERA und die Mitgliedsorganisationen aus Mazedonien eine gute Gelegenheit, LSBTI-Themen mit politischen Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen zu diskutieren und voranzubringen.

Mit ERA-Geschäftsführer Amarildo Fecanji sprach ich über die Ergebnisse der Konferenz. Das wichtigste Ergebnis war sicherlich die Stärkung der zwischenstaatlichen LSBTI-Plattform durch die Entscheidung der Regierung Mazedoniens für die nächsten beiden Jahre deren Vorsitz zu übernehmen. Dass die Regierungsvertreter*innen sich darauf einigten, ERA als technisches Sekretariat und zivilgesellschaftliche Ansprecherpartnerin zu installieren, bedeutet für unsere Partnerorganisation, dass sie großen Einfluss gewinnt auf die Steuerung der regionalen Plattform. „Wir werden dafür sorgen, dass es bald ein weiteres Regierungstreffen gibt. Die Plattform bietet ideale Möglichkeiten der Überzeugungsarbeit für uns als Interessenvertretung“, so Amarildo. weiter…