Afrikanische LGBT AktivistInnen besuchen Berlin

Von 22. November bis 29. November 2010 besuchten auf Einladung des Menschenrechtsbeauftrag- ten der Bundesregierung, Markus Löning, 14 afrikanische LGBT – Aktivist- innen und Aktivisten Berlin. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten Networking betreiben und die Entwicklung in Deutschland kennenlernen, die zu einer großen gesellschaftlichen Akzeptanz gleichgeschlecht- licher Lebensweisen geführt hat.

LSVD und Hirschfeld-Eddy-Stiftung waren in die Vorbereitungen der Informationsreise eingebunden. Wir vermittelten Kontakte, lieferten Ideen für das Besuchsprogramm und führten Workshops für die afrikanischen Freundinnen und Freunde durch. Am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erläuterten wir die Verfolgungsgeschichte, gaben Informationen zum Paragraph 175 und erklärten Bedeutung und Genese des Denkmals. In Workshops, die in der Landesvertretung von Baden-Württemberg stattfanden, erläuterten wir Geschichte, Arbeitsweise und Kampagnen des LSVD und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung.

Auf großes Interesse stießen unsere Ausführungen zu Akzeptanzkampagnen wie „Liebe verdient Respekt“ und „Aktion Standesamt“. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollten insbesondere verstehen, wie es dem LSVD gelungen ist, die Sympathien der Bevölkerungsmehrheit für unsere Anliegen zu gewinnen. Auch fragten sie nach Rolle und Einfluss der Kirchen und Religionen. Beeindruckt zeigten sie sich auch von der Antihomophobiearbeit des LSVD Berlin-Brandenburg, in dessen Räumlichkeiten zudem ein Empfang stattfand.

Hier einige Reaktionen von Aktivisten nach ihrer Rückkehr nach Afrika. “Ich habe viel gelernt, was ich an Kolleginnen, Mitglieder und befreundete Organisationen weitergeben kann”, schrieb Pade Stafford aus Tansania. Stéphane Koche aus Kamerum resümiert: “Wir haben viel über deutsche Geschichte, vor allem über Themen, die LGBTI-Rechte betreffen, gelernt. Ich bin gespannt, was wir davon umsetzen können und ob sich unsere Kooperation als dauerhaft erweist. Ich meine, dass trotz unseres Einsatzes, unsere Situation auch künftig prekär sein wird.“

Ein Aktivist, der darum bat, seinen Namen nicht zu veröffentlichen, schrieb uns nach seiner Rückkehr, er glaube, dass Demokratie in Afrika nur dann gelingen kann, wenn die Rechte aller, „unabhängig von ihrer Ethnizität, Religion, sexueller Orientierung oder Kultur“ geachtet werden. Was ich vom LSVD gelernt habe, kann ich für meine Arbeit hier in Afrika sehr gut nutzen. Ich weiß, dass wir noch einen langen Weg gehen müssen (…), aber ich weiß auch, dass unser Wirken, oft auch im Verborgenen, trotz aller Feindseligkeiten und Rückschläge ganz allmählich die Grundlagen schaffen für eine bessere Zukunft.“

Klaus Jetz, LSVD-Geschäftsführer

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