„Wer spricht? Wer wird gehört?“

Interessenvertretung von Lesben, Schwulen und Transgender aus dem globalen Süden

Einladung zum 5. Fachtag Regenbogenphilanthropie

Donnerstag, den 21. November 2013

Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin

 

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In 76 Staaten wird Homosexualität strafrechtlich verfolgt. Die Zahl der Staaten, in denen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität von gesellschaftlichen Gruppen bedroht und bekämpft werden, ist noch viel höher. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Interpersonen sind vulnerable Gruppen, die internationale Solidarität und Unterstützung benötigen. Die Ausweitung der Förderung von NGOs, die sich für die Geltung der Menschenrechte unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität einsetzen sowie die finanzielle Unterstützung dieser Organisationen sind Ziele der Regenbogenphilanthropie.

Schwerpunkt des diesjährigen Fachtages ist die Kommunikation über die Lage in den Ländern und die Möglichkeiten eines konstanten und fachspezifischen Süd-Nord-Dialoges. Wir fragen: Wer kann über die Situation von Lesben, Schwulen, Transgender oder Intersexuellen aus dem globalen Süden Auskunft geben? Werden die Betroffenen gehört? Welche politischen Bedingungen sind dafür gefordert?

Richtschnur für das Handeln von international fördernden Stiftungen und Vereinen, von Entwicklungszusammenarbeit und Auswärtiger Politik sind die Menschenrechte. Die Frage aber, wie mit den massiven Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen umzugehen ist, ist und bleibt eine Herausforderung.

Reaktionen der Geberstaaten sind häufig hilflos, manchmal achtlos. NGOs aus dem globalen Süden kritisieren die Androhungen, staatliche Entwicklungshilfe zu streichen. Zudem gilt die Unterstützung vom Ausland häufig als Beleg dafür, dass diese Homosexualität und Transsexualität exportieren wollen. Expertise und authentische Beteiligung von Betroffenen vor Ort sind daher unerlässlich.

Der Fachtag Regenbogenphilanthropie fragt nach Modellen politischer Partizipation, nach den Gepflogenheiten in der deutschen Entwicklungspolitik und nach der Rolle, die Diaspora-Organisationen und Migrationsverbände im internationalen Dialog einnehmen können. Zur Diskussion erwarten wir meinungsstarke und erfahrene Gäste aus dem globalen Süden.

Eingeladen sind internationale Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Menschenrechts- und Entwicklungspolitik, von Geberorganisationen und Stiftungen.

 

Programm

10:30 Uhr Anreise und Anmeldung

11:00 Uhr Einführung und Begrüßung

Ise Bosch (Dreilinden gGmbH), Axel Hochrein (Hirschfeld-Eddy-Stiftung)

11:30 – 12:15 Uhr Interessensvertretung im globalen Kontext Forderungen und Anliegen Linda Baumann (Out-Right Namibia): Menschenrechtssituation in Subsahara-Afrika: Ausgangssituation: Erwartungen an internationale Solidarität, Dorothy Aken’Ova-Ogidi (International Center for Reproductive Health & Sexual Rights Nigeria): Erfahrungen mit Geberorganisationen, Anschließend Fragen und

12:15 – 13:00 Uhr Probleme und Lösungswege Vorschlag für ein institutionalisiertes Verfahren

Ute Hausmann (FIAN Deutschland): Beschwerdeverfahren für die staatliche Entwicklungszusammenarbeit: durchsetzbare Rechte für Minderheiten?

13:00 – 14:30 Uhr Mittagessen

14:30 – 16:00 Uhr Modelle internationaler Kommunikation

Sonja Schelper (filia.die frauenstiftung): Vernetzung von Frauenstiftungen; Boris Dittrich (Human Rights Watch): Einbindung und Verstärkung von Interessen;  NN (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland): Selbsthilfeorganisationen als Vermittler?; Regina Elsner (Quarteera e. V.): Migrantische Organisationen als Scharnier – Dialoge organisieren und informieren

16:00 – 16:30 Uhr Kaffee/Teepause

16:30 – 18:00 Uhr Dialog als Aufgabe der internationalen Zusammenarbeit Verhältnis von staatlichen Akteuren und internationalen NGOs

Silvia Heer (Auswärtiges Amt): Rolle von Botschaften und Besuchsprogrammen; Dr. Katharina Spieß (BMZ): Stärkung der Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender im globalen Süden – eine Aufgabe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit; Christoph Strässer MdB (SPD): Einflussmöglichkeiten von Parlament und Ausschüssen

18:00 -18:30 Uhr Bier und Wein, Abschluss der Veranstaltung

Zum Flyer

Eine Veranstaltung der Dreilinden gGmbH und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung. Anmeldung: renate.rampf@hirschfeld-eddy-stiftung.de

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