„Inspirierende Reise“ und „wertvolle Investition“

Afrikanische Aktivisten ziehen positives Resümee ihrer Besuchsreise in Berlin

Vom 18. bis 25. November 2012 hielten sich auf Einladung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und des Auswärtigen Amtes 13 schwule und lesbische Aktivistinnen und Aktivisten aus elf afrikanischen Ländern und dem Libanon in Berlin auf. Sie trafen zusammen mit Journalistinnen und Aktivisten, Politikerinnen und Kirchenvertretern. Der Schwerpunkt der einwöchigen Informationsreise lag im Bereich Religion und Homophobie.

Auf dem Programm standen zudem ein Besuch am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen sowie eine halbtägige Konferenz im Auswärtigen Amt zum Thema „Verfolgung sexueller Minderheiten und die Rolle der Religionsgemeinschaften in Afrika.“

Wir wollten von unseren Gästen wissen, ob ihre Erwartungen erfüllt wurden? Was hat die Reise gebracht? Wie geht es weiter? Wir baten um eine Einschätzung und Bewertung der Informationsreise nach Berlin und dokumentieren einige der Stellungnahmen.

„Es war eine wertvolle Investition, die wir zusammen getätigt haben in den Aufbau von Verbindungen und in die Stärkung der Solidarität gegen religiös motivierte Homophobie in Afrika. Eine gemeinsame Leistung von Aktivisten, Menschenrechtsverteidigerinnen, Religionsvertretern und Organisationen.“ (Rev. Judith Kotzé, Kapstadt, Inclusive and Affirming Ministries)

„Das LSVD-Projekt lieferte uns Aktivisten aus Afrika eine Plattform, um unsere Erfahrungen, Geschichten und Probleme im Kampf gegen Diskriminierung von LGBTI in Afrika darstellen zu können. Wichtig war (…) die Miteinbeziehung von Religionsvertretern in Deutschland bei der Frage, wie eine bestmögliche Zusammenarbeit mit Religionsvertretern in Afrika funktionieren kann. Es war eine inspirierende Reise.“ (Gift Trapence, Malawi, Centre for the Development of People)

„Eine Woche voller Wissensaustausch mit dem Fokus auf der Entwicklung von Strategien, um afrikanische Religionsführer zur Toleranz für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bewegen zu können. Die Erkenntnis, dass diese Aufgabe nicht allein auf den Schultern von LGBTI-Aktivisten lastet, ist motivierend und ermutigend. Vielen Dank für diese Gelegenheit!“(Anthony Obinna Obidike, Nigeria, House of Rainbow)

„In den europäischen Ländern sind die Hirschfeld-Eddy-Stiftung und das deutsche Auswärtige Amt führend bei der Unterstützung der Bekämpfung von Homophobie in Afrika. eure Unterstützung für unsere Sache wird hoch geschätzt. Möge Gott eure Arbeit und euer Land segnen. Gesegnet sei Berlin, gesegnet sei Afrika.“ (Mac-Darling Cobbinah, Ghana, Centre for Popular Education and Human Rights)

„Ich bin der Hirschfeld-Eddy-Stifung sehr dankbar für die Einladung zu dieser Informationsreise. Ich habe von dieser Erfahrung mehr gelernt, als ich erwartet hatte. Ich bin voller neuer Hoffnungen und habe die Vision, dass die Religion eine positive Rolle bei der Bekämpfung von Homophobie in Afrika und weltweit spielen kann.“ (Muhsin Hendricks, Kapstadt, The Inner Circle)

„Wir haben erkannt, dass wir als Aktivisten auf im Glauben verankerte Institutionen zugehen und uns mit ihnen verbünden müssen. Nur so fördern wir das Bewusstsein für LGBTI-Rechte und erlangen Respekt für LGBTI-Rechte auf dem afrikanischen Kontinent.“ (Dorothy Akten’Ova-Ogidi, Nigeria, International Center for Reproductive Health & Sexual Rights)

„Bringt auch weiterhin etwas Licht in das Leben von Menschen in aller Welt, die keine Stimme haben. Fahrt fort damit, Hoffnung in ihr Leben zu bringen. LGBTI-Menschen haben es verdient, in Würde zu leben, wo immer sie sich befinden.“ (Stéphane Koche, Kamerun, Association for Defence of Homosexuals in Cameroon)

„Ich möchte dem LSVD und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung danken für die Organisation dieser erkenntnisreichen Veranstaltung. Es ist sehr hilfreich, die verschiedenen theologischen Perspektiven zu betrachten, das lässt uns die Vielfalt schätzen. Ich glaube, dass solche Veranstaltungen in Zukunft Raum schaffen werden für die Wertschätzung von Religion und Sexualität. Bitte bleibt am Ball und lasst uns in diesem langen Kampf in Verbindung bleiben!“ (Dennis Wamala, Sexual Minorities Uganda)

„Die Konferenz gab mir als afrikanischem Aktivisten die Möglichkeit, Techniken kennen zu lernen, die ich zur Bekämpfung der Homophobie in Afrika anwenden kann. Die verschiedenen Treffen mit Kirchenvertretern und anderen Personen waren sehr fruchtbar. Wir haben erfahren, dass wir alle zusammenarbeiten müssen, um erfolgreicher zu sein. Vielen Dank an den LSVD, insbesondere dafür, dass Ihr uns Hoffnung gebt im Kampf gegen Homophobie in Afrika.“ (Stéphane Djedje, Côte d’Ivoire, House of Rainbow)

„Ich bin jetzt besorgter um die Situation in Afrika. Ich hatte mich zu sehr auf die MENA-Region, Nordafrika und den Nahen Osten konzentriert; diese Veranstaltung half mir dabei, die Augen zu öffnen, um in Zukunft mit afrikanischen LGBTI-Organisationen zusammenzuarbeiten. Ich freue mich sehr auf eine Woche zum Thema „Homosexualität und Islam in Nahost und Nordafrika“.“ (Menous Ihcène, Algerien, AbuNawas)

„Die Konferenz versprach für einen religiösen Aktivisten aus Afrika ein Segen zu sein. Meine Erwartungen, die Zusammenarbeit zwischen Afrika und Deutschland kennen zu lernen, wurden erfüllt. Ich gehe nun gestärkt zurück nach Kenia, um auf Auslandsbotschaften zuzugehen und um Unterstützung zu bitten. Ich schließe in meine Gebete ein, dass eine ähnliche Konferenz für Gleichgesinnte und weniger gleichgesinnte religiöse und kulturelle Führer in Afrika stattfinden wird. Ich würde gerne wiederkommen, um Religionsvertreter in Europa und Nordamerika aufzufordern, die Kluft zwischen Afrika und dem Westen zu überwinden und zu einem gegenseitigen Verständnis zu finden. Vielen Dank, lasst uns in Kontakt bleiben!“ (Rev. Michael N . Kimindu, Kenia, Other Sheep Africa)

 

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