Politische Arbeit nur über 18

Nach Kiew (2008) und Riga (2010) war dies die dritte Konferenz, die wir in Osteuropa verantwortlich mitorganisiert haben. Das zeigt, dass die Zusammenarbeit mit der EVZ strategisch auf Nachhaltigkeit setzt, und wir hier einen Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit haben. Wie notwendig das ist, zeigen die Berichte und Informationen, die wir von den Teilnehmenden aus den Osteuropäischen Ländern erhalten haben. Dabei kann man den Aktivisten und Aktivistinnen in diesen Ländern nur höchsten Respekt zollen, wie unerschrocken, engagiert und wie intelligent sie mit den teilweise erschreckenden politischen Verhältnissen umgehen. Indem sie z.B. in St. Petersburg alle Werbematerialien und Veröffentlichungen mit „18+“ markieren, umgehen sie das Anti-Propaganda-Gesetz sehr geschickt.

Ebenso deutlich, wie bei den früheren Konferenzen, haben wir erfahren, dass die Situationen in Russland und den ehemaligen Ländern der Sowjetunion sehr unterschiedlich sind, wobei eine antidemokratische Propagandawelle die Verbesserung der Situation in den letzten Jahren wieder zu gefährden scheint. Die Ankündigungen einer Übernahme und Ausbreitung der russischen Anti-Propaganda-Gesetze in anderen Staaten sind sehr gefährlich, der Bericht von Nash Mir, unserem Kooperationspartner aus der Ukraine, zeigt, wie fragil die Strukturen noch sind und wie schnell ein solcher Backlash nicht nur die Situation verschlechtert, sondern auch die Aktiven demotiviert.

Insofern müssen wir auch weiterhin unsere Freunde und Freundinnen in diesen Ländern intensiv unterstützen. Durch das persönliche Kennenlernen, den intensiven Austausch und die Stärkung des Netzwerkes sind wir dazu noch besser in der Lage. Auch deshalb war diese Konferenz sehr erfolgreich und muss ihre Fortsetzung finden.

Axel Hochrein
Hirschfeld-Eddy-Stiftung, Vorstand

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