Alliierte im Kampf für die Menschenrechte

Wenn von der deutsch-amerikanischen Allianz gesprochen wurde, bezog sich das meist auf NATO, wirtschaftliche oder politische Interessen und die positive Rolle, welche die USA beim Prozess der Wiedervereinigung spielten. Für Lesben und Schwule galt diese Allianz lange Zeit nicht.  Einreiseverbot für HIV-Infizierte, beim Thema LGBTI Menschenrechte waren die USA meist auf der „anderen“ Seite, striktes Nein zur Homosexuellen-Ehe und evangelikale Hetzer durften ungestört ihr Unwesen treiben.

Seit Amtsantritt von Präsident Obama hat sich diese Politik um 180° gedreht.  Die USA beziehen nun international klar Stellung beim Kampf für die Menschenrechte von Lesben und Schwulen. Bei UN-Resolutionen, beim Menschenrechtsrat in Genf, in der Thematisierung des Themas als wichtiger Punkt für die amerikanische Außenpolitik.  Mit dem klaren Statement der amerikanischen Außenministerin, Hillary Clinton, im Dezember 2011 in Genf – „gay rights are human rights, and human rights are gay rights“ – bezieht Amerika deutlich Position. Auch wenn es in der Verantwortung der einzelnen Bundesstaaten der USA liegt, Gesetze zur Öffnung der Ehe zu erlassen, war es mehr als ein symbolischer Akt, dass sich Präsident Obama klar für die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen hat. Die LGBTI-Community hat einen wichtigen Alliierten mit der amerikanischen Regierung.

In dieser Linie handelt auch die amerikanische Botschaft der USA in Berlin, allen voran Botschafter Philipp D. Murphy. Mehrfach hat er den LSVD zu Gesprächen eingeladen, eine Videobotschaft zum LSVD Verbandstag geschickt. Die US-Generalkonsulin in Düsseldorf Janice G. Weiner war Gast-Rednerin auf dem Verbandstag. Unterstützt wird der Botschafter dabei auch von seiner Frau, Tamy Murphy, die auf verschiedenen Veranstaltungen durch ihre Anwesenheit die gleiche Verbundenheit demonstriert.

Beim CSD 2012 in Berlin war der amerikanische Botschafter, zusammen mit dem Botschafter Großbritanniens und der Niederlande, bei der Eröffnungszeremonie anwesend. In seiner Rede machte er erneut den Stellenwert deutlich, den die LGBTI-Menschenrechte für die USA besitzen.

„Die LGBT-Community und ihre Mitstreiter hier in Deutschland verdienen Lob und Anerkennung, und ich möchte an dieser Stelle das große Engagement des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD) für die Menschenrechte im Herzen Europas hervorheben“, sagte der Botschafter bei dieser Gelegenheit. Über diese Anerkennung freuen wir uns genauso, wie auf die weitere Zusammenarbeit.

Axel Hochrein, LSVD-Bundesvorstand

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