Mutiger Einsatz für LSBTI in Nicaragua ausgezeichnet

Deutsch-Französischer Menschenrechtspreis für unsere Partner*innen in Nicaragua

Juan vom RDS nimmt den Deutsch-Französischen Menschenrechtspreis vom Deutschen Botschafter Dr. Christoph Bundscherer und dem französischen Botschafter Philippe Létrilliart entgegen
Juan vom RDS nimmt den Deutsch-Französischen Menschenrechtspreis vom Deutschen Botschafter Dr. Christoph Bundscherer und dem französischen Botschafter Philippe Létrilliart entgegen

Der Deutsch-Französische Menschenrechtspreis wurde letzte Woche zum achten Mal verliehen. Der diesjährige Preisträger ist unsere Partnerorganisation Red de Desarrollo Sostenible RDS, das Netzwerk für Nachhaltige Entwicklung in Managua, Nicaragua. Die Preisverleihung fand in der Residenz des deutschen Botschafters Dr. Christoph Bundscherer in Anwesenheit des französischen Botschafters Philippe Létrilliart und von Vertreter*innen von Menschenrechtsorganisationen statt.

Das RDS zeichnet sich durch den Menschenrechtsschutz für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Menschen aus. Als besonders vulnerable Gruppe befinden sie sich in einer äußerst prekären Situation, insbesondere seit April 2018, als die aktuelle gesellschaftspolitische Krise im Land ausbrach. Demonstrationen werden von der Polizei brutal aufgelöst. Es gab Tote, viele Verletzte und Verhaftungen. Viele Menschenrechtsaktivist*innen sind geflohen.

Besuch in Deutschland und Frankreich geplant

Der deutsche Botschafter Dr. Bundscherer betonte, dass die preisgekrönte Organisation trotz der Krise einen unermüdlichen Kampf für die Menschenrechte der nicaraguanischen LGBTIQ-Gemeinschaft führt. Er erinnerte auch daran, dass Homosexualität in Deutschland lange Zeit ein Verbrechen war, aber heute die Ehe für alle gilt und dass die Deutschen lieben können, wen sie wollen.

Der Preis besteht aus einer Reise nach Deutschland und Frankreich, um Kontakte zu Menschenrechtsorgani-sationen in beiden Ländern zu knüpfen, so der französische Botschafter. Der Preis würdige Aktivist*innen, die sich auf die Förderung und den Schutz der Menschenrechte im Geiste der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 konzentrieren.

Seit April 2018 befindet sich Nicaragua in einer gesellschaftspolitischen Krise, die laut der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) bereits mindestens 328 Tote gefordert hat.

Seit 2007 arbeitet die Hirschfeld-Eddy-Stiftung mit RDS zusammen

Wir gratulieren unseren Kolleg*innen in Managua zu dieser Auszeichnung, die eine Anerkennung für die wichtige und wertvolle Arbeit ist, die RDS unter schwierigsten Bedingungen leistet und die von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung mit Mitteln aus dem Auswärtigen Amt unterstützt wird.

Seit 2007 engagieren wir uns mit unserer Menschenrechtsstiftung Hirschfeld-Eddy-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Inter* (LSBTI) in Nicaragua und sind sehr froh und stolz auf die Kooperation mit Red de Desarrollo Sostenible / RDS (Netzwerk für nachhaltige Entwicklung). Dank der Unterstützung des Auswärtigen Amtes konnten drei landesweite mehrjährige Projekte zum Thema „Sexuelle Vielfalt und Menschenrechte“ durchgeführt werden. Ziel der Zusammenarbeit war neben der Stärkung der dortigen LSBTI-Bewegung vor allem eine Sensibilisierung von Gesellschaft, Medien und Politik.

Wir freuen uns auf den Besuch aus Nicaragua Anfang Dezember in Berlin.

Klaus Jetz
Hirschfeld-Eddy-Stiftung

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