„Out im Office?!“

Dominic Frohn (c) IDAInterview mit Dominic Frohn vom Institut für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung

Worum geht es in der Studie?
In der Neuauflage der erfolgreichen Befragung „Out im Office?!“ soll die Arbeitsplatzsituation von LSBT*-Personen näher untersucht werden. Dabei wollen wir einerseits die derzeitige Arbeitssituation lesbischer und schwuler Mitarbeiter*innen betrachten und Veränderungen der letzten zehn Jahre im Vergleich zur damaligen Studie herausarbeiten. Andererseits haben wir die Umfrage um die Perspektive von bisexuellen und transgeschlechtlichen Beschäftigten ergänzt, da gerade diese Bereiche kaum erforscht sind und es uns wichtig ist, auch die Arbeitssituation von bisexuellen und Trans*-Personen angemessen abzubilden.

Warum ist es wichtig, daran teilzunehmen?
Generell ist die Arbeitssituation von LSBT*-Personen unbefriedigend erforscht. Im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen über die Jahre ist jedoch regelmäßige systematische Forschung notwendig, um in einem sinnvollen zeitlichen Abstand die aktuellen Entwicklungen bezogen auf LSBT*-Themen überprüfen zu können. Das Ziel dieser Umfrage ist es, LSBT*-Beschäftigten in Deutschland die Gelegenheit zu geben, ihre Arbeitssituation aus ihrer Sicht zu schildern, um damit zukünftige Entwicklungen aktiv mitzugestalten – daher hier der Link: http://ww2.unipark.de/uc/out-im-office/2017/

Logo_ida_regWas waren die wichtigsten Ergebnisse der ersten „Out im Office?!“ Befragung?
Aus den Auswertungen der Daten von 2.230 lesbischen und schwulen Beschäftigten der Befragung aus 2007 zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der Befragten nicht offen mit ihrer sexuellen Identität am Arbeitsplatz umgeht. Die Offenheit wird dabei positiv beeinflusst von personengebundenen Faktoren wie der Mitgliedschaft in LSBT*-Mitarbeiter*innen-Netzwerken. Auch organisationale Bedingungen wie Diversity-Management oder die Unternehmenskultur beeinflussen den offenen Umgang mit der sexuellen Identität. Offenheit wiederum hat einen großen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit und die vorhandenen Ressourcen einer Person: Befragte, die angaben, offen mit ihrer sexuellen Identität umzugehen, berichteten von einem geringeren Energieverlust und waren zufriedener mit ihrer Arbeit. Gleichzeitig ist festzustellen, dass über 75% der Befragten Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz erleben mussten.

Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?
Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Neuauflage von „Out im Office?!“ soll spätestens im August 2017 erfolgen.

Vielen Dank und viel Erfolg!

Die Fragen stellte Markus Ulrich (LSVD-Pressesprecher).

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