Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung

Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung© Tatjana Meyer

Der LSVD Berlin-Brandenburg und die Universität der Künste Berlin (UdK) präsentierten vom 5. bis 15. November 2015 die Entwürfe für das Denkmal für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung im Berliner Haus der Kulturen der Welt .

Die neunköpfige Jury des Denkmals hat am 13. November den Siegerentwurf verkündet. Zur Auswahl standen fünf Entwürfe einer internationalen Arbeitsgruppe aus Kunst, Architektur und Design am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste.

Hierzu erklärte Dr. Berndt Schmidt, Sprecher der Jury: „Es gab eine sehr engagierte Diskussion, an deren Ende sich die große Mehrheit für den Entwurf CALLA entschieden hat. Die Jury ist der Überzeugung, dass das Denkmal selbstbewusst und positiv wirkt und eine beeindruckende Fernwirkung entwickelt. Die CALLA-Lilie besitzt weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze. Somit ist sie ein Symbol für die Normalität der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in der Natur.“© UdK_IfKiK_AiC_IP-F_Hirschfeld-Denkmal_AG_13-11-2015

Das Denkmal, das 2016 am Magnus-Hirschfeld-Ufer gegenüber dem Bundeskanzleramt errichtet wird, soll daran erinnern, dass Berlin der Ausgangspunkt der weltweit ersten Homosexuellenbewegung war. Hier wurde im Jahr 1897 das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee gegründet. Mutige Frauen und Männer um den Arzt und Sexualforscher Dr. Magnus Hirschfeld schufen eine soziale und politische Bewegung mit dem Ziel, Rechte zu erkämpfen, die Lesben und Schwulen ein Leben ohne staatliche Verfolgung und gesellschaftliche Ächtung ermöglichen sollten. So nahm Hirschfelds Wirken weltweit Einfluss auf die Abschaffung homophober Straftatbestände. Zur Abschaffung des § 175, der „beischlafähnliche Handlungen“ zwischen Männern unter Strafe stellte, kam es durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten jedoch nicht mehr.

„Wir sind stolz darauf, dieses lang geplante Vorhaben dank zahlreicher Spenden und einer Zuwendung der Lotto-Stiftung Berlin gemeinsam mit der Universität der Künste realisieren zu können“, so Ulrich Keßler vom LSVD-Landesvorstand.

Jörg Steinert

Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg

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