LSVD bringt frischen Wind

Neue Bundesländer bekommen Aktionspläne gegen Homo-und Transphobie

René Mertens, Bund-Länder-Koordination - Foto: LSVDAktionspläne gegen Homo- und Transphobie gehören zu den Hauptforderungen des LSVD. Wie wichtig solche Pläne sind, zeigen die abstrus geführten Diskussionen von CDU / CSU, AfD oder „Besorgten Eltern“, die Akzeptanz von Vielfalt als „Frühsexualisierung“ diffamieren, oder die dubiosen Machenschaften sogenannter „Homo-Heiler.“

Nachdem Berlin, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen Aktionspläne bereits etabliert haben und in Baden-Württemberg, Hessen und Bremen die Umsetzung bevor steht, ziehen auch die Landesregierungen zwischen Ostsee und Thüringer Wald nach.

 

Wo bleibt Brandenburg?

In Mecklenburg-Vorpommern haben Politik und Community 2014 begonnen, den „Landesaktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalten“ mit Leben zu füllen. Der LSVD-Landesverband übernahm die hauptamtliche Koordination und bereitet nun mit dem zuständigen Ministerium die Umsetzung vor. Geschäftsführer Roy Rietentidt betont: „Die Gleichberechtigung von queeren Lebensweisen lässt sich nicht allein durch Gesetze verordnen. Mit einem Landesaktionsplan können wir ein wichtiges Zeichen setzen, um die Gesellschaft für gleichgeschlechtliche Lebensweisen weiter zu sensibilisieren und gegen Homophobie zu wirken.“ In Sachsen hat die Große Koalition ebenfalls die Erstellung eines Aktionsplans zugesagt. Jeglicher Form von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität soll entgegengewirkt werden. „Ein Aktionsplan ist ein erster wichtiger Schritt, um nicht nur alltäglicher Homo- und Transphobie zu begegnen, sondern um endlich auch gegen die zutiefst menschenverachtenden ‚Therapieangebote‘ von christlich-fundamentalistischen Organisationen vorgehen zu können“, erklärt Tom Haus, Sprecher des LSVD Sachsen.

Auch die neue thüringische Landesregierung will Akzeptanz und Gleichstellung aller Lebensweisen fördern. Im aktuellen Koalitionsvertrag wurde „die Entwicklung eines Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt (vereinbart), das in einem gleichberechtigten Dialog von Vereinen/Initiativen aus dem LSBTI-Bereich einerseits und dem Land sowie den Kommunen andererseits Maßnahmen zur Überwindung diskriminierender Regelungen/Verfahren beschreibt.“

In Brandenburg hat sich der LSVD nach den Wahlen im vergangenen Jahr an die zuständigen Ministerien gewendet. „Unser erstes Gespräch mit dem inzwischen zurückgetretenen Innenstaatssekretär hat jedoch gezeigt, dass es noch kein ausreichendes Problembewusstsein in der Landesregierung gibt. Der politische Druck muss wachsen.“, so Landesgeschäftsführer Jörg Steinert. „Im Nachbarbundesland Berlin hingegen ist bislang nicht genau abzusehen, ob der von der Regierungskoalition angekündigte Ausbau von Projekten in den Bereichen Aufklärung, Beratung und Opferhilfe tatsächlich ermöglicht wird. Wir hoffen sehr, dass Berlin seine deutschlandweite Vorreiter-Rolle im Kampf gegen Homo- und Transphobie halten kann“, so Steinert weiter.

Der LSVD Sachsen-Anhalt hatte im Januar den beschlossenen Antrag des Landtages begrüßt, der die Landesregierung mit der Umsetzung des „Gesamtgesellschaftlichen Aktionsplans für Akzeptanz von LSBTI und gegen Homo- und Transphobie“ beauftragt. Der Landesverband hatte als Mitglied des Lesben- und Schwulenpolitischen Runden Tisches den Aktionsplan initiiert und miterstellt. „Mit dem Landtagsbeschluss liegt der Ball nun bei der Landesregierung. Diese fordern wir auf, das Aktionsprogramm zügig umzusetzen. Mit der gesamten Gesellschaft, insbesondere aber mit Lehrkräften, Jugendlichen und deren Eltern, der Presse und den Religionsgemeinschaften ist ein breiter öffentlicher Dialog zu führen, um Wissen zu vermitteln und um Vorbehalte und Ängste abzubauen“, unterstrich Sprecher Martin Pfarr.

René Mertens, Bund-Länder-Koordination

www.lsvd.de/politik/aktionsplaene-in-den-laendern.html

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