Slowenische Botschafterin besucht Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

20150609_112038Freunde im Kampf gegen Homo- und Transphobie

Am 9. Juni besuchte die Botschafterin Sloweniens in Deutschland, I.E. Marta Kos Marko zusammen mit Mitarbeitenden ihrer Botschaft und Anton Bricmann, einem verdienten LSBTI-Aktivisten Sloweniens, das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten. Axel Hochrein von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung berichtete bei dieser Gelegenheit von der über 123-jährigen Kriminalisierung von Homosexualität in Deutschland durch den Paragraphen 175, bzw. 151 in der DDR.

Die lange Zeit der strafrechtlichen Verfolgung von Schwulen, die in der nationalsozialistischen Diktatur ihren perversen Höhepunkt hatte, aber auch in den beiden Teilen Deutschlands der Nachkriegszeit noch stattfand, erstaunte die Gäste aus Slowenien. Anton Bricman, der heute als Unternehmer in seinem Heimatland tätig ist, berichtete von seiner politischen Arbeit als LSBTI-Aktivist seit 1980. Schon als Vorsitzender der studentischen Selbstverwaltung der Universität in Ljubljana gehörte für ihn die Zusammenarbeit mit der schwul-lesbischen Community zu seinem Engagement. So wurden die „Pink Evenings“ an jedem Samstag vom Studentenwerk organisiert. 1997 war Anton Bricman maßgeblich an der Erarbeitung des Lebenspartnerschaftsgesetzes beteiligt. Auch am nun verabschiedeten Gesetz zur Eheöffnung hat er beratend mitgearbeitet.

Die slowenische Botschafterin, I.E. Marta Kos Marko, wies darauf hin, dass das slowenische Parlament im März dieses Jahres die entsprechende Gesetzänderung zur Eheöffnung verabschiedete „Slowenien ist somit das 18. Land der Welt und das 11. in der EU, das die Partnerschaften von Schwulen und Lesben mit der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau komplett gleichstellt. Darauf sind wir stolz.

Als Botschafterin Sloweniens in Deutschland hat sie auch dafür gesorgt, dass Slowenien beim diesjährigen CSD in Berlin erstmalig mit einem eigenen Wagen dabei sein wird. Ein beeindruckendes Zeichen des europaweiten Kampfes für vollständige Gleichstellung von LSBTI!

Axel Hochrein

Vorstand der Hirschfeld-Eddy-Stiftung

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