Einweihung Hirschfeld-Gedenktafel

Erste homosexuelle Emanzipationsbewegung

Am 2. September 2011 wurden am Magnus-Hirschfeld-Ufer zwei Gedenktafeln, die an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern sollen, der Öffentlichkeit übergeben. An dem seit 2008 nach Magnus-Hirschfeld benann- ten Uferabschnitt gegen- über dem Bundes- kanzleramt soll innerhalb der kommenden Jahre ein Denkmal für die erste homosexuelle Emanzi–  pationsbewegung errichtet werden.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD),  als Initiator des Denkmal-Projekts, hatte als Festredner   den Berliner Staatssekretär für Kultur, André Schmitz, die Vor- sitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind,  Dr. Günter Grau von der Magnus-Hirschfeld Gesellschaft und Axel Hochrein vom Vorstand der Hirschfeld-Eddy Stiftung  eingeladen.

Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die Menschenrechtsstiftung für LGBTI des LSVD hat Hirschfeld als einen ihrer Namensgeber gewählt, weil er mit seinem Wirken  vor allem eines war: ein Vorreiter und Verfechter der Menschenrechte für Menschen mit nonkonformer sexuellen Orientierung oder Geschlechteridentität. Was Magnus Hirschfeld 1897 mit der von ihm begründeten weltweit ersten Bürgerrechtsrechtsorganisation für Homosexuelle begonnen hat, wird heute von vielen Menschen auf allen Kontinenten weitergetragen – oft mit hohem persönlichem Risiko. Daran erinnert auch die zweite Namensgeberin der Stiftung, Fannyann Eddy.

Sie war eine  der bedeutendsten Stimmen der Lesben und Schwulen aus dem globalen Süden. Sie wurde im September 2004, nur wenige Monate nach einer eindringlichen Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf in den Räumen ihrer Organisation grausam ermordet. Mit der Kombination der Namen von Magnus Hirschfeld und Fannyann Eddy dokumentiert die Stiftung, dass der Kampf für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in Europa begann,  heute aber auf allen Kontinenten stattfindet. Es ist eine weltweite Angelegenheit und es geht dabei um universelle Prinzipien.

Die prominente Lage des Hirschfeld-Ufers und der Gedenktafeln gegenüber dem Bundeskanzleramt sieht Hochrein auch als Verpflichtung: „Das Hirschfeld-Ufer hier direkt gegenüber dem Bundeskanzleramt ist deshalb auch ständige Aufforderung an die Politik. Die deutsche Innenpolitik muss gerade  deshalb alle diskriminierende Gesetzgebung auf Grund der sexuellen Identität beenden. Nur dann kann sie auch glaubhaft außenpolitisch für die Einhaltung der Menschenrechte für Homo-, Trans- und Intersexuelle eintreten.  Dies gilt auch für die Denktafeln, die heute enthüllt wird. Sie soll  Menschen, die daran vorbeigehen zum Inne halten und lesen bewegen , an die Geschichte der Verfolgung Homosexueller und den Kampf der homosexuellen Emanzipationsbewegung erinnern,  und dazu beitragen, dass das geplante Denkmal bald entsteht und die weltweiten Anerkennung der sexuellen Identität als  Menschenrecht noch aussteht.“

 

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