Archiv für die Kategorie ‘Veranstaltungen’

Die offene Gesellschaft braucht Vorwärtsverteidigung. So können wir alle dazu beitragen, dass diese hässliche Renaissance der Ressentiments eine kurze Epoche bleibt.”

Matthias Janssen, Landesvorstand LSVD HessenRede von Dr. Matthias E. Janssen (Vorstand LSVD Hessen) anlässlich der ‚Demo für Vielfalt und Liebe‘ am 20. Januar 2018 in Frankfurt

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine offene Gesellschaft,

Wir haben uns heute hier versammelt um jeder Form von Hass ein deutliches NEIN entgegenzurufen. Stattdessen sagen wir JA zur Freiheit: zur Freiheit zu glauben, was man will, zur Freiheit zu leben, wo man will, und zur Freiheit, zu lieben, wen man will. Wer die Grundrechte einer Gruppe in der Gesellschaft angreift, der greift uns alle an.

Akzeptieren heißt anerkennen, tolerieren bedeutet nur erdulden, daher fordern wir mit Fug und Recht Akzeptanz. Die angeblich besorgten Eltern, die einen „Gender-Wahn“ beklagen, Pegida-Marschierer und die AfD-Nationalisten, die gegen Flüchtlinge anschreien, die religiösen Fundis aller Art, die uns zur Hölle wünschen, sie alle haben etwas gemeinsam: Sie können die Vorstellung nicht ertragen, dass Lesben, Schwule oder Transgender Menschen die gleiche Würde haben und mit gleichen Rechten ausgestattet sind wie sie selbst. Sie betrachten uns als minderwertig, um sich selber besser zu fühlen. weiter…

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Kulturen der Akzeptanz — über die Rolle von (Diaspora-)Literatur

Olumide Popoola und Elnathan John in Berlin

Article in English

Olumide Popoola, deutsch-nigerianische Autorin und Performerin ist gerade von einer Lesereise in Nigeria zurück, um ihr neues Buch vorzustellen: When we speak of Nothing.

Olumide Popoola, Sarah Kohrt, Klaus Jetz im Afrika-Haus, Foto: Afrika-HausPopoolas Roman erzählt die Geschichte von Karl, einem jungen Schwarzen Londoner, der mit 18 zum ersten Mal in seinem Leben nach Nigeria fährt, um dort in Port Harcourt seinen Vater zu treffen, dem er noch nie begegnet ist. Karl ist ein Trans*mann, in dessen Pass noch sein Geburtsgeschlecht steht. In Port Harcourt erlebt er einen größeren Kulturschock, bleibt viel länger als geplant, verliebt sich und verliert den Kontakt zu seinem besten Freund Abu in London. Es ist ein Roman über Freundschaft und das Aufwachsen als Schwarzer im heutigen London. weiter…

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LGBT in Ägypten – Drei Jahre der Unterdrückung

#ColorsRNotShame Am 12. Dezember 2017, zwei Tage nach dem offiziellen Tag der Menschenrechte, gab Ahmed Mohamed, ein Menschrechtsverteidiger aus Ägypten, einen tiefen Einblick in die menschenrechtliche Situation in Ägypten.  Ahmed Mohamed absolviert ein dreimonatiges Praktikum beim LSVD im Rahmen des CrossCulture Programms (CCP) des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart.

Bei der Veranstaltung in Köln berichtete er detailliert und mit vielen Beispielen über die willkürliche Verhaftungen, Folter und das Verschwinden von Menschen in Ägypten. Ereignisse, die unter der Herrschaft von Abdel Fattah al-Sisi in unvorstellbarem Maße zugenommen haben. Durch Maßnahmen bis hin zur Zwangsschließung wurden die kritischen Medien beseitigt. Überlebt haben die Medien, die auf Staatslinie sind. Durch ein neues Demonstrationsrecht und die Blockade von inzwischen 465 Webseiten, darunter Human Rights Watch und Deutsche Welle (Qantara), ist die Meinungsfreiheit und -vielfalt nahezu zum Erliegen gekommen. Passwörter sind nicht mehr geheim. Der ägyptische Geheimdienst und selbst die Polizei haben, auch mit Hilfe europäischer Unterstützung und mit der Begründung der Terrorabwehr, inzwischen weitgehende technische Möglichkeiten. Zudem werden bei Kontrollen und Verhören regelmäßig Passwörter von Email- und Social Media-Konten erzwungen.  weiter…

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Aktivismus auf dem Westbalkan und in der Türkei

Besuchsreise mit 12 Aktivist*innen aus dem ERA-Netzwerk

Auf Einladung des Auswärtigen Amts und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung waren im November 2017 12 Aktivist*innen aus dem ERA-Netzwerk, der LGBTI Equal Rights Association for Western Balkans and Turkey, in Berlin zu Gast. Eine Höhepunkt war die Konferenz “Time for Change – Making Promises Reality”.

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Shrinking Space in der Türkei

Photo: Caro KadatzWie lässt sich die Menschenrechtsarbeit in der Türkei stärken?

Teil der Besuchsreise von zwölf Aktvist*innen vom Westbalkan und der Türkei war die halbtägige Konferenz „Time for Change – Making Promises Reality“, die am 21.11.2017 im Auswärtigen Amt stattfand. Wie schon bei vorherigen Konferenzen, die wir in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt organisierten, konnten wir auch dieses Mal die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Bärbel Kofler, und Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, als Redner bzw. Panelistin begrüßen.

Teil 1 der Konferenz befasste sich mit den Zuständen in der Türkei. Zunächst liefert Emirhan  C., ein türkischer Aktivist von SPoD Istanbul, hochaktuelle Informationen zur menschenrechtlichen Situation von LSBTI im Land. Er hob hervor, dass der handlungsspielraum für LSBTI-Aktivist*innen in der Türkei im weiter eingeengt wird. So wurden im vergangenen Jahr die Gay Pride Veranstaltungen verboten, die Aktivist*innen als Agenten des Westens denunziert. Kürzlich wurden auf Betreiben der Regierung in der Hauptstadt Ankara sämtliche kulturellen, von LSBTI-Organisationen durchgeführten Aktivitäten mit dem Hinweis auf nationale Werte und moralische Einstellungen der Bevölkerung verboten. Von ihnen könnten Gefahren für sowie Hass und Feindseligkeiten gegen Teile der Bevölkerung ausgehen. Zuvor war am 17.11.17 bereits ein queeres Filmfestival verboten worden, das von der Deutschen Botschaft unterstützt worden war. weiter…

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Impressionen von der Konferenz „Time for Change – Making Promises Reality“ zur Situation von LSBTI auf dem Westbalkan und in der Türkei.

21.11.2017, Berlin, Auswärtiges Amt

Fotos: Caro Kadatz / Hirschfeld Eddy Foundation

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Lasst uns gemeinsam streiten für eine vielfältige Gesellschaft, in der die Individualität jedes Menschen geachtet und respektiert wird. ”

Rede von Jenny Renner, LSVD-Bundesvorstand, bei der Demo gegen Hass und Rassismus im Bundestag

Liebe Mitmenschen,

ab dem 24.10.2017 wird eine Partei im Bundestag sitzen, die unberechenbar, radikal und zutiefst homophob und transphob auftritt.

Man darf sich dabei auch nicht von einer lesbischen Spitzenkandidatin täuschen lassen.

Die Abgeordneten dieser Partei wollen  eine autoritäre, antiliberale und völkisch-homogene Gesellschaft zur Leitkultur erheben.  

Sie stehen nicht wie wir für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt. Menschen werden als Menschen zweiter Klasse behandelt, wenn sie mit ihrem Aussehen, Leben und Lieben gegen Vorstellungen verstoßen, wie vermeintlich normale Männer und Frauen zu sein haben. Lesben, Schwule, Bisexuelle, transsexuelle und intergeschlechtliche Menschen werden abgewertet und beleidigt. Die Partei arbeitet mit Diffamierung und Polemik. weiter…

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Mehr lesbische* Sichtbarkeit

Konstanze Gerhard und Marion Lüttig vom LSVD bei der EL*C (c) Konstanze GerhardBericht von der Europäischen Lesben* Konferenz in Wien

Exakt 502 Teilnehmerinnen aus 45 Ländern kamen zur European Lesbian* Conference (EL*C) vom 5. bis 8. Oktober nach Wien. Die Konferenz stand unter dem Motto: Mehr Sichtbarkeit für lesbische Frauen. Organisiert wurde die EL*C von 18 Frauen aus verschiedenen europäischen Ländern, die sich während des ILGA-Treffens 2016 auf Zypern zusammen gefunden hatten. Finanziert wurde die Konferenz von unterschiedlichen Sponsor*innen wie der Heinrich Böll Stiftung, ma ma cash, arcus Stiftung, ILGA Europe, Hannchen Mehrzweck Stiftung und der filia Frauenstiftung, um nur einige zu nennen. Die Konferenzsprache war Englisch.

Der LSVD wurde auf der Konferenz durch Konstanze “Konny” Gerhard und Marion Luettig (Landesvorstand Baden-Württemberg) repräsentiert.

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To weaken civil society is to attack democracy

Conference held by the Hirschfeld-Eddy Foundation and the German Federal Foreign Office on 1 June 2017

Artikel in deutscher Fassung

These problems have long been familiar to LGBTI people: hurdles placed in the way of registering their organisations, prohibitions on gay pride demonstrations, restricted rights of assembly, funding difficulties, bureaucratic requirements that stifle activism, smear campaigns by the media, and threats to life and limb. In many countries, human rights defenders are still restricted in their possibilities for action.

What is new is the phenomenon of the “shrinking space”, a term that describes increasingly sophisticated means used in ever more countries to target and limit the work of a growing number of civil society groups. On 1 June 2017, the Hirschfeld-Eddy Foundation and the German Federal Foreign Office held a half-day conference dedicated to this phenomenon. weiter…

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Closing Space and the freedom of association

Video Message by Monica Tabengwa, Pan Africa ILGA on the LEGABIBO Botswana court case, other cases of freedom of association in Uganda, Kenya and Nigeria and on the importance of the right to register

Monica Tabengwa, Director of Pan Africa ILGA at the “Time to react” conference organized by Hirschfeld-Eddy-Foundation and the German Federal Foreign Office, in Berlin, 1  June 2017, read the full transcription:

Hi my name is Monica Tabengwa. I’m the director of Pan Africa ILGA. I come from Botswana. I’m a lawyer and my work, for all of my life I’ve been a human rights activist.

In particular I’ve worked with women’s rights and now I work with LGBTI rights. I worked in Botswana with an organisation called LEGABIBO, which is Lesbians, Gays and Bisexuals in Botswana. What I should tell you about Botswana is firstly, I mean you all know, they criminalise same-sex conduct. It’s important that you understand that same-sex conduct is not homosexuality that is criminalised. But of course people understand that differently. And so what you do get is that people think that being gay, lesbian, transgender is what is criminalised. And so because of that there are some issues where the LGBTI community is finding themselves being discriminated or their rights being violated because of the perception that their sexuality is criminalised. And one these is being able to register, being able to associate as a group, registrar society that works within Botswana for their rights. weiter…

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