Archiv für die Kategorie ‘Verband’

Regenbogenfamilien-Bimmelbahn beim CSD Stuttgart

Regenbogenfamilien beim CSD Stuttgart 2019 © LSVD Baden-WürttembergImpressionen vom CSD Stuttgart. In diesem Jahr war die Regenbogenfamilien-Bimmelbahn des LSVD Baden-Württemberg wieder beim CSD Stuttgart ganz vorn dabei.

 

 

 

 

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Treffen von Queer Refugees aus Nicaragua und Mittelamerika in Costa Rica

Klaus Jetz © LSVD BundesverbandErfahrungsbericht von Klaus Jetz (Geschäftsführer LSVD / Hirschfeld-Eddy-Stiftung) von der Konferenz “Encuentro de personas LGBTIQ+ nicaragüenses migrantes en la región centroamericana y México” in Costa Rica

Montagnachmittag (Ortszeit) wurde in San José, Costa Rica, eine Konferenz mit queeren Geflüchteten aus Mittelamerika eröffnet. Organisiert wurde die Veranstaltung von unserem Kooperationspartner Red de Desarollo Sostenible und der Mesa Nacional LGBTIQ* Nicaragua. Die Konferenz fand im Centro Cultural Rubén Darío statt. In dem Zentrum können Interessierte Sprach‑, Koch‑, Computer- oder Malkurse besuchen. Aufgebaut wurde es vor sieben Jahren von hier lebenden Nicaraguaner*innen.

Ich hatte Gelegenheit, den rund 40 Teilnehmenden die Arbeit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und des LSVD vorzustellen, insbesondere unsere Projekte zu Regenbogenfamilien und familiärer Vielfalt, zu Strategien gegen Rechtspopulismus, Homosexuellen- und Trans*feindlichkeit sowie das Projekt “Queer Refugees Deutschland”. Darüber hinaus interessierten sich die Teilnehmenden für unsere Nicaragua-Arbeit (seit 2007), vor allem aber für die mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes durchgeführten Projekte, etwa zur Entwicklung einer LSBTI-Menschenrechtsagenda, die Sensibilisierungsarbeit für angehende Journalist*innen an mehreren Universitäten und die gegen die Straflosigkeit zielende Dokumentation von Übergriffen gegen LSBTI durch die Staatsgewalt. weiter…

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Von Mit-Müttern und halbherzigen Kompromissen

Geplante Reform des Abstammungsrechts

Im März dieses Jahres hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz den lange erwarteten Entwurf zur Reform des Abstammungsrechts vorgelegt. Durch den Entwurf sollen gleichgeschlechtliche Frauenpaare, in deren Ehe oder Lebenspartnerschaft ein Kind hineingeboren wird, mit verschiedengeschlechtlichen Ehepaaren gleichgestellt werden. Die Mit-Mütter sollen nach § 1592 Abs. 2 Nr. 1 BGB‑E wie Ehemänner mit der Geburt des Kindes zweiter rechtlicher Elternteil des Kindes werden. Die bisher notwendige Stiefkindadoption wäre überflüssig. Ebenso soll die Gleichstellung erfolgen bei unverheirateten bzw. unverpartnerten Frauenpaaren, indem eine Frau nach § 1592 Abs. 2 Nr. 2 BGB‑E  ihre Mit-Mutterschaft in öffentlich-beurkundeter Form anerkennen kann; auch auf diesem Wege soll die Mit-Mutter von Geburt an zweiter rechtlicher Elternteil des Kindes sein können. weiter…

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Mandat des Unabhängigen UN-Experten für SOGI muss erhalten werden

Gemeinsame Erklärung von internationalen NGOs beim UN-Menschenrechtsrat

Die UN hat 2016 den ersten unabhängigen Experten für SOGI ernannt. Das Mandat ist für die Dauer von drei Jahren eingerichtet. Im Juli 2019 stimmt UN-Menschenrechtsrat bei seiner 41. Sitzung über die Verlängerung dieses wichtigen Mandats ab.

Der thailändische Rechtsprofessor Vitit Muntarbhorn hat das Amt zunächst inne. Er veröffentlicht seine ersten beiden Berichte hier . Im Herbst 2017 übernimmt  Victor Madrigal-Borloz sein Amt und veröffentlich im Mai 2018 seinen ersten Bericht hier

Die Website des Unabhängigen Experten zum Schutz vor Diskriminierung und Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität ist beim Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) hier zu finden.

Um die Erneuerung des Mandats zu unterstützen haben über tausend  NGOs (Nichtregierungsorganisationen) eine Stellungnahme abgegeben. Phylesha Brown-Acton hat sie beim UN-Menschenrechtsrat vorgestellt. LSVD/Hirschfeld-Eddy-Stiftung haben es auch unterzeichnet. Hier die Erklärung im Wortlaut in englischer Sprache.

Aktualisierung: am 12.7.2019 stimmt der UN-Menschenrechtsrat mit klarer Mehrheit für die Erneuerung des Mandats. Mehr hier.

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Yogyakarta-Allianz

Bündnis fordert LSBTI-Inklusionskonzept
für Entwicklungszusammenarbeit und Auswärtige Politik

Foto: Yogyakarta-Allianz, Delegation beim BMZ Bonn, 2018Die nach den Yogyakarta-Prinzipien benannte Yogyakarta-Allianz setzt sich dafür ein, dass die Menschenrechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten in der deutschen Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit beachtet werden. Seit ihrer Gründung 2012 versucht die Yogyakarta-Allianz als Bündnis der Zivilgesellschaft, die Bundesregierung zu einem LSBTIQ-Inklusionskonzept bewegen. Es gibt nun auch endlich einen Entwurf von zwei Ministerien, der nur noch veröffentlicht werden müsste. Ende März 2019 hat sich der Staatsminister im Auswärtigen Amt Michael Roth dazu beim LSVD-Verbandstag geäußert (Foto). Er stellte klar, dass das Auswärtige Amt einen Vorschlag gemacht habe, der nun beim Entwicklungsministerium (BMZ) liege. weiter…

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50 Jahre Stonewall — Kampf um die Geschichtsschreibung

Bild von Keith Haring im LGBTIQ-Centre NYC (c) Halina BendkowskiEin Bericht aus New York von Halina Bendkowski

Im LGBTIQ-Center in NYC hängt ein Bild von Keith Haring. Nach all den Veranstaltungen in NYC zu 50 Jahren Stonewall kam es mir passend vor, dieses Bild meinem Thema : Kampf um die  STONEWALL Geschichtsschreibung voranzustellen.

Denn ohne Humor, wird es mitunter bitter – und das war und ist es auch für einige der Veterans of Stonewall. weiter…

Schön, stark, sicher

European Lesbian* Conference (c) EL*CDie European Lesbian* Conference in Kiew

Die Medienaufmerksamkeit war enorm. Schon vor meinem Abflug meldete queer.de einen Angriff auf die zweite European Lesbian* Conference (EL*C). Und so war es dann auch: Am Eröffnungsabend, dem 12. April 2019 demonstrierten ukrainische Rechtsnationale im Eingangs-bereich des Konferenzhotels „Tourist“. Eine Scheibe wurden eingeschlagen und Slogans gesprüht wie „LGBT go away“, Tränengas drang ins Hotel. Die Schweizer Botschaft twitterte, dass sie volles Vertrauen in die ukrainischen Sicherheitskräfte hätte, die Sicherheit der European Lesbian* Conference zu gewährleisten. Anders gesagt: Wir beobachten das genau, bitte passt auf. Die westlich orientierten Kräfte werden das sehr ernst nehmen.

Auch am nächsten Morgen wieder Proteste. Direkt vor dem Eingang des Konferenzhotels versuchte eine kleine Gruppe Frauen, offensichtlich aus dem fundamentalistisch-christlichen Spektrum, den Zugang zur Konferenz zu verwehren. Da die meisten Teilnehmer*innen schon angereist waren, hieß das für uns vor allem: Nicht rausgehen. Drinnen bleiben. weiter…

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Die Kirchen müssen Teil der Lösung werden, bislang sind sie Teil des Problems

Eingangsstatement von Sarah Kohrt, LGBTI-Plattform Menschenrechte der Hirschfeld-Eddy-Stiftung beim Evangelischen Kirchentag 2019

Foto: Wolfgang Schürger

Vielen Dank für die Einladung, ich weiß sie sehr zu schätzen. Es ist ganz erfreulich, dass es seit vielen Jahren ein Regenbogenzentrum bei den Kirchentagen gibt. Das ist – genau wie solche Veranstaltungen wie heute – ein wichtiger Schritt.

Mein Vortrag hat vier Thesen. Die erste stammt aus einem Text, den Tim Kuschnerus, Evangelischer Geschäftsführer der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung für den LSVD-bLOG geschrieben hat: „Die christlichen Kirchen sind Teil des Problems. Diese Erkenntnis kann aus meiner Sicht nur eine Konsequenz haben: Kirchen, und ich spreche hier vor allem für den Bereich der kirchlichen Entwicklungswerke in Deutschland, müssen dazu beitragen, dass sie Teil der Lösung werden.“

Das ist dann auch die erste These: Die Kirchen müssen Teil der Lösung werden, bislang sind sie Teil des Problems weiter…

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Selbstbestimmung geht anders!

Geplantes Gesetz zur Änderung des Geschlechtseintrags

Seit vielen Jahren warten transgeschlechtliche Menschen auf eine Reform des Transsexuellen-gesetzes. Immer wieder hatte das Bundesverfassungsgericht deutlich gemacht, dass die darin gestellten Bedingungen für eine rechtliche Änderung des Vornamens und des Geschlechtseintrags gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen. Aber: Noch immer müssen trans* Menschen ein demütigendes und langwieriges gerichtliches Verfahren mit zwei Begutachtungen überstehen, die sie auch noch selbst bezahlen müssen. weiter…

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My gentle sin

Symbolbild (c) Cihan Soysakal UnsplashSo war mein Coming-out

16-08-2016

Ich bin schwul. Das war ich schon immer. Vor meinem Coming-Out war das Wissen über meine Homosexualität nur in meinem Kopf. Niemand sonst wusste davon. Dadurch hat es sich auch oft nicht so real angefühlt. So abwegig es mir manchmal vorkam, so normal und allgegenwärtig war es aber gleichzeitig. Auch wenn es nicht immer präsent war, war es doch immer im Hinterkopf, gemeinsam mit den großen, mir damals ausweglos erscheinenden Fragen: Wie werde ich in Zukunft damit umgehen? Wird es jemals jemand erfahren? Wie wird mein Privatleben aussehen? Wie kann ich unter diesen Umständen glücklich alt werden? Dass dies kein Dauerzustand war, war mir insgeheim irgendwie klar. Trotzdem war die Vorstellung eines Coming-Out total absurd, auch wenn ich schon mehrmals kurz davor war, mich bei meiner Schwester per Textnachricht zu outen. Hin und wieder, meist als Folge eines emotionalen Downs, hatte ich sogar schon lange Texte geschrieben. Doch der Schritt, auf „Senden“ zu drücken, erschien mir so gewaltig. Zu gewaltig. weiter…

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