Gemeinsam für Freiheit und gleiche Rechte

Blockaden brechen – Respekt wählen! Sieben LSVD-Forderungen zur Bundestagswahl 2017

Fotos: Caro Kadatz

Die populistische Herausforderung

Kampfbegriffe gegen die offene Gesellschaft

Stefanie Schmidt (LSVD) - Foto: Danny FredeLängst ist der Rechtspopulismus in Deutschland angekommen. Als bundesweites Phänomen im europäischen Vergleich durchaus mit einiger Verspätung, jedoch angekommen.

In politisch und gesellschaftlich turbulenten Zeiten bilden sich Parteien und Gruppierungen, die mit einer Anti-Haltung gegen Veränderung und gegen das politische und gesellschaftliche Establishment antreten. Rhetorik und Inszenierung der rechtspopulistischen Parteien zielen einzig darauf ab, Unzufriedenheit von Menschen aufzunehmen, Stimmungen anzuheizen und Feindbilder bereitzustellen. Sie bieten unterkomplexe Erklärungen an für (meist durchaus vorhandene) politische Probleme und gesellschaftliche Spannungen.

Das immerwährende Befeuern von Debatten und das negative Besetzen von Themen und Begriffen stellen Bürgerrechtsverbände vor Probleme. weiter…

LSBTI-Geflüchtete stärken

Die Beratungsstelle des LSVD Sachsen

Foto: LSVDSeit Juli 2016 unterstützt der LSVD Sachsen mit dem Chemnitzer „Information Center for LGBTI Refugees“ LSBTI-Geflüchtete in Südwest- und Mittelsachsen. Das Zentrum ist Teil des sachsenweiten Beratungsnetzwerks mit Standorten in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Projektmitarbeitende Cosima Winifred Lambrecht berät LSBTI- Geflüchtete im Asylverfahren, hilft bei Diskriminierung und Anfeindungen in den Unterkünften und unterstützt bei alltäglichen Herausforderungen. Möglich macht das eine Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Integration und Gleichstellung.

Die Asylsuchenden können sich telefonisch, per Mail oder auch persönlich bei Winifred melden. Im Kontakt steht sie derzeit mit Geflüchteten aus Venezuela, Marokko, dem Irak, aus dem Libanon und aus Aserbaidschan.
Darüber hinaus sensibilisiert die Beratungsstelle Mitarbeitende der Flüchtlingshilfe zum Thema „LSBTI & Flucht“. Mit gezielten Informationen und Handlungsempfehlungen wird Regenbogenkompetenz vermittelt.

Zunehmend weiter…

Sport muss offen für jede*n sein!

Nilla Fischer ist neues Gesicht des LSVD Niedersachsen-Bremen

Nilla Fischer LSVD Niedersachsen-BremenDas Motto „Für Vielfalt im Sport – gegen Homo- und Transphobie“ hat sich der LSVD Niedersachsen-Bremen 2017 auf die Fahne geschrieben. Daher sollte das Gesicht 2017 des Landesverbandes auch aus dem Bereich Sport kommen und eine Verbindung zu Niedersachsen oder Bremen haben. Dem Landesvorstand wurde schnell klar: Nilla Fischer vom VfL Wolfsburg wäre die perfekte Wahl. Sie spielt nicht nur für die schwedische Nationalmannschaft, sondern ist auch Abwehrspezialistin beim VfL Wolfsburg und Ehefrau – einer Frau. Erst vor wenigen Jahren ist Nilla mit ihrer Frau nach Wolfsburg gekommen. Geheiratet hatten sie bereits in ihrer Heimat Schweden. Dort wurde bereits 2009 die Ehe geöffnet.

Kurz nach der Anfrage sagte Nilla zu: „Wenn es gegen Homophobie geht, bin ich immer dabei.“ Anfeindungen jeglicher Art sind im Sport immer noch an der Tagesordnung. weiter…

120 Jahre homosexuelle Emanzipationsbewegung

Magnus-Hirschfeld-Denkmal in Berlin

Stephan Seifert, Sascha Ratayski (beide Architekten), Stephanie Kuhnen (Projektleiterin), Wolfgang Knapp (Universität der Künste Berlin), Ruth Gabrielle Cohen (Großnichte von Dr. Magnus Hirschfeld), Dr. Christian Hanke (Bürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte), Jörg Steinert (Geschäftsführer LSVD Berlin-Brandenburg), Martin Binder (Internationale Arbeitsgruppe aus Kunst, Architektur und Design) (v.l.n.r.) - Foto: Semiramis Ceylan-Ahlborn, LSVD Berlin war vor 120 Jahren Ursprung und Motor der homosexuellen Emanzipation. Der jüdische Arzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld gründete hier 1897 zusammen mit dem Juristen Eduard Oberg, dem Verleger Max Spohr und dem Schriftsteller Franz Josef von Bülow das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK), die weltweit erste Organisation, die sich für die Bürgerrechte Homosexueller einsetzte. Das Wirken von Hirschfeld und seinen Mitstreitern nahm weltweit Einfluss auf die Abschaffung antihomosexueller Straftatbestände. Seit vielen Jahren engagiert sich der LSVD Berlin-Brandenburg für ein Denkmal für diese Bewegung.

Unser Verband bemühte sich seit 1992 um einen Gedenkort für Magnus Hirschfeld in Berlin. Zum 100. Gründungstag des WhK benannten wir in einer symbolischen Aktion den Vorplatz der Kongresshalle in Magnus-Hirschfeld-Platz um. 1998 entschied der damalige Bausenator einen am Bundeskanzleramt über die Spree führenden Steg nach Hirschfeld zu benennen. Nachdem der Steg bis 2007 nicht gebaut wurde, wendete sich der LSVD an Senat und Bezirk, um einen Ersatzort zu finden. Man verständigte sich auf den Ufer­ab­schnitt zwischen Luther- und Moltkebrücke gegenüber dem Bundeskanzleramt. Das Magnus-Hirschfeld-Ufer wurde am 6. Mai 2008 feierlich eingeweiht. 2011 folgten Gedenktafeln am Ufer. Diese informieren aber nicht nur über das Leben von Magnus Hirschfeld, sondern über das Wirken einer ganzen Bewegung. weiter…

Regenbogenfamilien im Recht

Der LSVD beschließt auf dem Verbandstag 2017 nach langer Diskussion Positionspapier zum Reformbedarf im Familienrecht

Regenbogenfamilien - Grafik: LSVDDer LSVD hat auf den letzten drei Verbandstagen intensiv und engagiert über das Thema Regenbogenfamilien diskutiert und sich im Rahmen von Arbeitsgruppen, Workshops und einem Online-Beteiligungsverfahren mit den verschiedenen Positionen auseinandergesetzt. Im April 2017 wurde auf dem Verbandstag in Berlin ein umfassendes Positionspapier verabschiedet, das allen LSBT*IQ Familienformen Rechnung trägt, Reformbedarfe benennt und auch zu Zukunftsfragen Stellung bezieht.

Bewusste Familienplanung gehört heute zum Lebensentwurf vieler Lesben, Schwuler, Bisexueller und Trans*Personen. Nach repräsentativen Umfragen haben gut 36% der schwulen Männer und gut 41% der lesbischen Frauen einen Kinderwunsch, den sie oft mit viel Kreativität und häufig auch gegen Widerstände verwirklichen.

weiter…

LSVD gewinnt beim CSD Stuttgart

Beim CSD 2017 in Stuttgart hat der LSVD Baden-Württemberg mit seiner fröhlichen Bimmelbahn den ersten Preis als beste Formation erhalten. Prima Sache. Wir geben weiter volle Fahrt für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt.

 

Regenbogenfamilien bewegen!

Fachtagung in Berlin

Moderatorin Stephanie Gerlach und Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek - Foto: Caro KadatzEltern stehen nicht selten vor Herausforderungen, die ohne eine kompetente und unterstützende Beratung schwer zu meistern sind. Das trifft auf Regenbogenfamilien ebenso zu wie auf alle anderen Familienformen. Doch bisher nutzen lesbische Mütter, schwule Väter und/oder Trans*Eltern lokale Familien- und Erziehungsberatungsstellen selten, weil sie befürchten, auf Unwissen und Vorurteile zu stoßen.

Mitglieder von Regenbogenfamilien sollen wohnortnah fachkundigen Rat erhalten und sich willkommen fühlen können – das ist das Ziel des LSVD-Modellprojekts „Beratungskompetenz für Regenbogenfamilien“. Seit Sommer 2016 bietet das vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) geförderte Projekt bundesweit Fortbildungen für Fachkräfte aus Beratungseinrichtungen an.

Über 100 Fachkräfte nahmen teil - Foto: Caro KadatzAuf der Fachtagung „Regen­bogen­familien bewegen! Beratung zukunftsträchtig gestalten.“ bot sich am 09. Mai 2017 dann die Gelegenheit, zentrale Themen intensiver zu beleuchten. Über 100 Fachkräfte aus der Familien-, Erziehungs-, Schwangerschafts- und Paarberatung informierten sich, tauschten sich aus und diskutierten in Vorträgen, Foren und Podien.

„Der Regenbogen ist ein schönes und treffendes Bild dafür, wie bunt und vielfältig Familien sind.“ Mit diesen Worten begrüßte die Schirmherrin Bundesfamilienministerien Manuela Schwesig in ihrer Videobotschaft die Teilnehmenden. Sie dankte den Projektmitarbeiterinnen Elke Jansen und Kornelia Jansen für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Gemeinsames Ziel sei eine alltägliche Selbstverständlichkeit und rechtliche Anerkennung familiärer Vielfalt. weiter…

Eine Erfolgsgeschichte

Zehn Jahre Hirschfeld-Eddy-Stiftung

 

Stand der Hirschfeld-Eddy-Stiftung beim Stadtfest in Berlin - Foto: Caro KadatzWie die Zeit vergeht! Am 11. Juni 2007 fand im Berliner Roten Rathaus das vom LSVD organisierte Panel „Engagement für die Menschenrechte von LSBT stärken“ statt. In der Kooperationsveranstaltung mit ILGA und dem Forum Menschenrechte diskutierten Akteur*innen der Menschenrechtspolitik über Strategien zur Überwindung der strafrechtlichen Verfolgung von Homosexualität in über 80 Staaten. Anlässlich dieser Veranstaltung gab der LSVD die Gründung seiner Hirschfeld-Eddy-Stiftung bekannt. weiter…

Zivilgesellschaft schwächen heißt Demokratie angreifen

 Konferenz von Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Auswärtigem Amt

Podiumsdiskussion zu Gegenstrategien - Foto: Caro KadatzLSBTI kennen das Problem seit langem: Hindernisse bei der Registrierung ihrer Organisationen, CSD-Verbote, Einschränkung der Versammlungsfreiheit, Probleme beim Funding, den Aktivismus erstickende bürokratische Anforderungen der Behörden, Schmutzkampagnen der Medien und Angriffe auf Leib und Leben. Der Handlungsspielraum von Menschenrechtsverteidiger*innen war und ist in vielen Ländern eingeschränkt.

Neu ist, dass das Phänomen des „shrinking space“, das immer mehr zivilgesellschaftliche Zielgruppen in immer mehr Ländern mit immer ausgefeilteren Methoden betrifft. Diesem Thema widmeten Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Auswärtiges Amt am 1. Juni eine halbtätige Konferenz. weiter…