Herzlichen Glückwunsch an die Organisation LEGABIBO

Bahnbrechendes Urteil zur Entkriminalisierung aus Botsuana

Eine gute Nachricht aus Botsuana: Der Oberste Gerichtshof hat das Verbot von homosexuellen Handlungen am 11. Juni 2019 aufgehoben! Im Gerichtssaal des High Court in der Hauptstadt Gabarone jubelten Aktivist*innen und schwenkten Regenbogenfahnen.

Ein bahnbrechendes Urteil, dem weit über Botsuana hinaus Bedeutung zukommt und das hoffentlich Nachahmung findet in Afrika und in den Commonwealth-Staaten! Wir gratulieren den Lesben, Schwulen und Bisexuellen in Botsuana und vor allem der Organisation LEGABIBO (Lesbians, Gays and Bisexuals of Botswana). Denn der Einreichung der Klage und der erfolgreichen Prozessführung von LEGABIBO ist dieses Urteil zu verdanken. weiter…

Lasst uns diesen CSD als Mahnung sehen. Immer für Akzeptanz aller Menschen einzustehen. Immer für die Gleichbehandlung aller Menschen die Stimme zu erheben. Immer für die Liebe zu kämpfen!”

Dokumentation der Rede von Alfonso Pantisano (LSVD-Bundesvorstand) auf der Abschlusskundgebung des CSD SaarLorLux 2019 am 09. Juni 2019.

Liebe Saarländerinnen und Saarländer,

die Ehe für gleichgeschlechtige Paare ist mittlerweile zwei Jahr alt und ich habe gute Nachrichten zu übermitteln: Die Erde dreht sich seitdem tatsächlich weiter! Einfach so! Denn was haben wir uns über Jahrzehnte alles anhören müssen – dass die Welt untergehen würde, dass uns ein Tsunami oder Erdbeben oder sogar eine schlimme Seuche für unsere Liebe bestrafen würde. Und doch stehen wir alle heute hier und feiern das Leben und vor allem unsere Liebe. Unsere Liebe, die so bunt ist, wie der Regenbogen. Unser Leben, auf das wir so wahnsinnig stolz sind!

Und genau aus diesem Grunde rufe ich Euch heute, 50 Jahre nach Stonewall, mit großer Freude zu: Herzlichen Willkommen zu unserem Christopher Street Day.

Als die ersten CSDs die Straßen unseres Landes eroberte, mussten sich Homosexuelle noch sagen lassen: „Schade, dass man euch Schwule und Lesben nicht alle vergast hat“.

Der Paragraph 175 war noch der große Feind unserer Liebe, der ganz viele Schicksale, Familien und vor allen Dingen sehr, sehr viele Männer auf dem Gewissen hatte. Und ja, seitdem hat sich bei uns in Deutschland sehr viel getan — Der 175er wurde nach der Wiedervereinigung abgeschafft, dann kam die Eingetragene Lebenspartnerschaft. weiter…

#UnteilbarBunt

Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Interphobie (IDAHIT*)

Am 17. Mai dem Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Interphobie (IDAHIT*) erinnern Menschen rund um den Erdball mit vielfältigen Aktionen an den 17.05.1990, den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. Die Aktionen zum IDAHIT* sind auch ein Zeichen der tiefen Verbundenheit mit allen Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und/oder ihrer geschlechtlichen Identität tagtäglich diskriminiert, pathologisiert und verfolgt werden. In über 70 Staaten der Erde werden Homosexuelle immer noch kriminalisiert und in 9 Staaten/Regionen sogar mit dem Tode bedroht. Die Landesverbände des LSVD veranstalten und koordinieren zusammen mit vielen weiteren Unterstützer*innen auch 2019 wieder bundesweit Aktionen IDAHIT*.

Geplante Aktionen und Veranstaltungen weiter…

Coming-out für Europa

Dragana Todorovic aus Belgrad beim LSVD-Verbandstag

Coming-out für Europa. Vielfalt verteidigen, Respekt wählen! hieß das Panel zu den Europawahlen 2019 auf dem 31. LSVD-Verbandstag. Wir hatten Dragana Todorovic aus Belgrad von der regionalen Organisation LGBTI Equal Rights Association (ERA) als Referentin gewonnen. Sie stellte die Arbeit von ERA vor und erläuterte uns, warum die diesjährigen EU-Wahlen für die Region von großer Bedeutung sind, welche Hoffnungen sie und ihre Kolleg*innen mit einer EU-Mitgliedschaft verbinden und warum der Prozess der Beitrittsverhandlungen so wichtig ist. weiter…

Über 70 Länder kriminalisieren Lesben, Schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen

Was kann Deutschland tun?

Was fordern Aktivist*innen von der Bundesregierung und der Zivilgesellschaft? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion auf dem LSVD-Verbandstag, die von der Journalistin Natalia Matter moderiert wurde und an der Staatsminister Michael Roth, Gulya Sultanova aus St. Petersburg, Ramy Khouily aus Tunis und Sarah Kohrt für die Hirschfeld-Eddy-Stiftung teilnahmen.

Zunächst stellt Sarah die Arbeit der LGBTI-Plattform der HES und der Yogyakarta- Allianz vor, einem Zusammenschluss von Interessierten und Vertreter*innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die zum Thema LSBTI und Menschenrechte arbeiten. Die Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, BMZ oder der GIZ sei recht eng und funktioniere ausgezeichnet. Im Mittelpunkt stehe dabei seit die nachhaltige Verankerung des Themas in der Entwicklungszusammenarbeit und den auswärtigen Beziehungen, kurz LSBTI-Inklusionskonzept. weiter…

Hat sich die Situation im postrevolutionären Tunesien verschlimmert?

Ramy Khouili berichtet auf dem Verbandstag

Aus Tunesien berichtete Ramy Khouili aus Tunis beim LSVD-Verbandstag. Erst vor kurzem hat er mit der Unterstützung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung eine Publikation zur strafrechtlichen Verfolgungsgeschichte von LSBTI in seinem Land vorgelegt. Im Land gebe es vier LSBTI-Organisationen, von denen Mawjoudin in engem Austausch mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung steht und beim Queer-Filmfestival kooperiert. weiter…

Staatliche Repression, wachsende zivilgesellschaftliche Unterstützung

Gulya Sultanova vom Side by Side Filmfestival aus St. Petersburg

Zu Gast auf dem LSVD-Verbandstag war auch Gulya Sultanova vom Side by Side Filmfestival in St. Petersburg. Sie berichtete über die aktuelle Situation in Russland. Die staatliche Politik sei homophob und transfeindlich. Zudem seien die Massenmedien zu 80 Prozent in staatlicher Hand. Immer wieder gebe es Verbote von Veranstaltungen und Events. Tiefpunkt sei die Situation in Tschetschenien, das Russian LGBT Network habe Hunderte Opfer evakuiert, viele werden noch immer drangsaliert und von ihren Familien getötet. Auch lesbische und bisexuelle Frauen und transgeschlechtliche Menschen seien betroffen. weiter…

Fortschritt ist keine Selbstverständlichkeit

Staatsminister Michael Roth auf dem LSVD-Verbandstag

Staatsminister Michael Roth - Foto: Caro KadatzIn seiner Rede dankte Staatsminister Roth dem LSVD und den vielen Mitstreiter*innen für die wichtige Arbeit. Ohne den LSVD und das Engagement der Zivilgesellschaft seien viele Erfolge nicht möglich gewesen.

Besorgt berichtete er über die aktuelle Lage von LSBTI in aller Welt. Als besonders negatives Beispiel hob er Brunei hervor. Dort wurde gerade das Strafrecht drastisch verschärft und für einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern die Todesstrafe durch Steinigung eingeführt. Lesbischen Frauen drohen Stockhiebe und Gefängnis. Er habe so etwas nicht für möglich gehalten. Es zeige sich, dass der zivilisatorische Fortschritt keine Selbstverständlichkeit sei. Wenn LSBTI in Brunei um ihre Leben fürchten, dann dürfen wir nicht schweigen, so Roth.

Roth betonte die Bedeutung der Solidarität der LSBTI-Bewegung für andere unterdrückte Minderheiten. Er bat darum, weiter…

Impressionen vom 31. LSVD-Verbandstag 2019 in Berlin

Fotos: Caro Kadatz/LSVD

Wir alle sollten einstehen für ein Land, in dem alle Menschen, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe. Religion, geschlechtlicher Identität und sexuellen Orientierung, ohne Angst und sicher leben können.“

Rede von Henny Engels (LSVD-Bundesvorstand) beim Romaday am 07.04.2019

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Katholiken holten, habe ich nicht protestiert: Ich war ja kein Katholik. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ weiter…