Wie gehen wir in unserem Gesundheitssystem mit vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen um?

v.l.n.r. Gabriela Lünsmann, LSVD Bundesvorstand, Dr. Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein (FDP), Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein. © Hans WiedlLSVD-Bundesvorstand Gabriela Lünsmann auf dem Eröffnungspodium “Alt, schwul, arm, Chroniker – wie gehen wir in unserem Gesundheitssystem mit vulnerablen gesellschaftlichen Gruppen um?” des Kongresses “Vernetzte Gesundheit” am 16./ 17.01 in Kiel

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Garg,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, hier heute anlässlich der Eröffnung der Tagung „Vernetzte Gesundheit“ in meiner Funktion als Bundesvorstand des LSVD, des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland das Wort an Sie zu richten.

Das Verhältnis von lesbischen Frauen, schwulen Männern und trans* und intergeschlechtlichen Menschen zur Medizin ist historisch betrachtet schwierig und geprägt durch Pathologisierung. Erst 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO beschlossen, Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit zu definieren.

Doch wie sieht es mit der lesbischen, schwulen, bi-, trans* und intersexuellen Gesundheit heute aus? weiter…

Wir sollten jedes Jahr diese Auseinandersetzung suchen – damit wir nicht vergessen, dass wir das nicht vergessen dürfen“

Dokumentation der Rede von Henny Engels (Sprecherin Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf und Mitglied im LSVD-Bundesvorstand) auf dem Parkfriedhof Marzahn am 26.1.2019, anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Wir gedenken hier und heute der Opfer der Verbrechen, die das nationalsozialistische Deutschland an Millionen von Menschen beging. Wir gedenken der 6 Millionen ermordeten Jüd*innen, die in den Vernichtungslagern oder bei Massenerschießungen den Tod fanden. Wir gedenken der 500.000 ermordeten Kinder, Frauen und Männer der Sinti und Roma. Wir gedenken ermordeter Gegner*innen des NS-Regimes aus der Arbeiterbewegung, der kommunistischen Partei, der sozialdemokratischen Partei, den christlichen Kirchen, der Jugendbewegung. Wir gedenken der mehr als 300.000 im Rahmen des so genannten Euthanasieprogramms ermordeten Frauen, Kinder und Männer. An ihr Schicksal erinnert die Ausstellung „Töten aus Überzeugung“ ab dem 1. Februar in der Volkshochschule des Bezirks. Wir gedenken der ermordeten Schwulen und Lesben. Wir gedenken der ermordeten und zu Tode gepeinigten Zwangsarbeiter*innen; 1400 von ihnen sind auf diesem Friedhof bestattet. Und wir gedenken der Millionen Männer, Frauen und Kinder, die durch den von Deutschland begonnenen Krieg den Tod fanden. weiter…

Voll im Bild?!

Wie geht eine diskriminierungsarme Bild-Berichterstattung?

Bilder spielen in der medialen Berichterstattung eine fundamentale Rolle. Deshalb ist es wichtig, dass sie die Wirklichkeit möglichst realitätsgetreu abbilden. Und dennoch sind die in der Presse verwendeten Fotos nicht selten durch Klischees, Stereotype und Sehgewohnheiten der Rezipient*innen geprägt.

Die Neuen Deutschen Medienmacher, die Sozialhelden e. V. und der LSVD daher gemeinsam den Workshop: „Voll im Bild?! Workshop für diskriminierungsarme Bild-Berichterstattung“ organisiert. weiter…

Der Wille ist da, der Weg aber noch weit

LGBTI Support Center, MazeonienÜber die Arbeit des LGBTI Support Center in Skopje, Mazedonien

Mazedonien ist ein kleines Land mit rd. 2,1 Millionen Einwohner in Südosteuropa. Es bildet die südöstliche Grenze der politisch als Westbalkan bezeichneten Region und ist damit ein Beitrittskandidat der Europäischen Union. In Deutschland hört man wenig über Mazedonien, wenn nicht gerade, wie im Oktober, ein so bedeutendes wie emotionales Referendum über den zukünftigen Namen des offiziell international immer noch als „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ bezeichneten Staates ansteht. 

Ich habe Skopje besucht, um an der Konferenz der Equal Rights Association for the Western Balkans and Turkey (ERA) teilzunehmen, die im Oktober 2018 in Skopje stattfand. weiter…

Russisches Queerfest überlebt gefälschte Bombendrohungen

Bericht vom Fachkräfteaustausch des LSVD Hamburg mit Partnerorganisationen aus St. Petersburg — #CivilSocietyCooperation 

Das russische Pride Festival Queerfest feierte sein 10-jähriges Jubiläum vom 20.09. bis 29.09.2018 in St. Petersburg. Zu der Abschlussveranstaltung mit einem Konzert der russischen Sänger*in Dana Sokolova kamen 700 Besucher*innen. Trotz Bombendrohungen wurde das Festival von 2800 Menschen besucht. Über 50000 Menschen haben das Festival online verfolgt.

Der LSVD Hamburg war im Rahmen eines Fachkräfteaustausches mit Partnerorganisationen vor Ort und vom 24. – 29.09. zu Gast beim Queerfest. Am Tage haben wir Organisationen und Projekte besucht und uns über die Arbeitsbedingungen für LSBTI informiert. In den zahlreichen Gesprächen hat sich immer wieder gezeigt, wie schlecht es um die Menschenrechte – nicht nur für LSBTI – bestellt ist. Nachhaltig hat uns beeindruckt, dass gerade junge Menschen, die unter enormen Druck aufwachsen müssen und ständig Diskriminierungen und Repressionen ausgesetzt sind, in ihrem Engagement nicht zu bremsen sind. Ähnlich wie bei uns wird die Arbeit ehrenamtlich gestemmt. weiter…

Gute Konferenzergebnisse

Rechte einfordern, die Zukunft mitgestalten, mit Behörden zusammenarbeiten und Regierungsvertreter*innen für ihr Handeln oder ihre Inaktivität zur Rechenschaft ziehen. Darum geht es dem regionalen Netzwerk LGBTI Equal Rights Association ERA im Westbalkan und der Türkei. Die in der ersten Oktober-Woche durchgeführte ERA-Jahreskonferenz in Skopje war die erste ihrer Art in Mazedonien. Sie fand mit Unterstützung der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und des LSVD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes statt und bot für ERA und die Mitgliedsorganisationen aus Mazedonien eine gute Gelegenheit, LSBTI-Themen mit politischen Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen zu diskutieren und voranzubringen.

Mit ERA-Geschäftsführer Amarildo Fecanji sprach ich über die Ergebnisse der Konferenz. Das wichtigste Ergebnis war sicherlich die Stärkung der zwischenstaatlichen LSBTI-Plattform durch die Entscheidung der Regierung Mazedoniens für die nächsten beiden Jahre deren Vorsitz zu übernehmen. Dass die Regierungsvertreter*innen sich darauf einigten, ERA als technisches Sekretariat und zivilgesellschaftliche Ansprecherpartnerin zu installieren, bedeutet für unsere Partnerorganisation, dass sie großen Einfluss gewinnt auf die Steuerung der regionalen Plattform. „Wir werden dafür sorgen, dass es bald ein weiteres Regierungstreffen gibt. Die Plattform bietet ideale Möglichkeiten der Überzeugungsarbeit für uns als Interessenvertretung“, so Amarildo. weiter…

LSBTI-Jugendliche, Schule und Eltern: Das Schweigen überwinden

Ein hoch interessantes Panel beschäftigte sich am letzten Tag der Konferenz mit dem Thema junge und heranwachsende LSBTI. Es war divers besetzt und brachte Stimmen aus Albanien, Mazedonien, Serbien und Deutschland zusammen. Frank Morawietz vom Deutsch-Französischen Jugendwerk aus Berlin, der auch ein DFJW-Austauschprogramm mit dem Westbalkan in Albanien betreut, hob zunächst die Bedeutung solcher breit aufgestellten LSBTI-Konferenzen für die gesamte Region hervor. Die Wirkung solcher Events könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das DFJW bringe jährlich 200.000 Jugendliche zusammen mit dem Ziel des Kennenlernens und gegenseitigen besseren Verstehens. Es sei Vorbild für ein ähnliches Austauschprojekt zwischen Frankreich, Deutschland und dem Westbalkan.

Er berichtete dann sehr persönlich von seinen Erlebnissen als Vater eines Trans*Jungen. Er sei in einer Zeit geboren, als in Deutschland vieles tabuisiert und kriminalisiert wurde (§ 175). Erst 1968 habe Bewegung in viele Dinge gebracht. Zweieinhalb Jahre habe der gesamte Prozess des Übergangs von einer Tochter zu einem Sohn gedauert. Selbst in einer so offenen Stadt wie Berlin sei diese Zeit alles andere als leicht gewesen, da die bürokratischen Mühlen langsam mahlen und sein Kind eine schwere Zeit durchlebt habe, mit vielen Krisen, Sitzungen mit Psychiatern, Klinikbesuchen. Hinzu kamen negative Erlebnisse in der Schule, verbale Übergriffe durch die Mitschüler*innen. Auch wenn er als Vater eines Trans*Kindes keine Diskriminierung, sondern sehr viel Unterstützung erlebt habe, so sei doch festzustellen, dass es an Beratungsangeboten für die Eltern mangele. Sie werden allein gelassen mit ihren Fragen und Selbstzweifeln an ihrer erzieherischen Kompetenz. Es fehle in Deutschland noch immer an Angeboten für Eltern von LSBTI und an Angeboten für Lehrer*innen zum Thema. weiter…

Zweites Regenbogenparlament in Köln

Impressionen der Veranstaltung

Fotos: Caro Kadatz /LSVD

#LGBTISkopje: Regionale Regierungsgespräche zu LSBTI-Themen auf dem Westbalkan

Klaus Jetz berichtet für den LSVD-bLOG von der ERA Konferenz „Against all odds we claim the future”, die vom 03.–06. Oktober im mazedonischen Skopje stattfindet.

Gute Ergebnisse brachte das gestrige Treffen der Regierungsvertreter*innen aus Serbien, Montenegro, Kosovo, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Die mazedonische Regierung gab bekannt, dass sie in den kommenden zwei Jahren den Vorsitz der regelmäßig stattfindenden Regierungsgespräche übernehmen werde. Ziele des regionalen Austausches seien die Akzeptanzsteigerung für LSBTI im Westbalkan, die Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität sowie der weitverbreiteten homophoben und transfeindlichen Gewalt, Gesetzesinitiativen zur Einführung der registrierten Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare und die Anerkennung der geschlechtlichen Vielfalt in den Mitgliedsstaaten. Befördert werden solle dies auch durch den Austausch von Erfahrungen und Best practice Beispielen. So könne etwa Montenegro, wo zum Jahreswechsel ein Lebenspartnerschaftsgesetz verabschiedet werde, den Vertreter*innen der anderen Staaten wertvolle Tipps und Hinweise zur Umsetzung eines solchen Gesetzes und zur Überwindung von gesellschaftlichen oder kirchlichen Widerständen geben. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass unsere regionale Partnerorganisation LGBTI Equal Rights Association ERA mit Sitz in Belgrad in den Prozess eingebunden ist, technische Unterstützung leisten wird und als Sekretariat der regionalen Regierungstreffen fungieren wird. weiter…

#LGBTISkopje: Ein Hauch von Freiheit?

Bericht von der ERA Konferenz in Skopje

Die Konferenz „Against all odds we claim the future“, die heute in Skopje begonnen hat, ist von großer Bedeutung für Mazedonien. Das betonte Irene Cvetkovic von der „Coalition margins“ aus Skopje. Die Tatsache, dass 130 Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBT) aus einem Dutzend Ländern zusammenkommen und über gleiche Rechte, gleichen Schutz und Nichtdiskriminierung von LSBTI mit Regierungsvertreter*innen diskutieren, ist eine Premiere für das Land. Die Konferenz sorge für Aufmerksamkeit und unterstütze den Reformprozess. Hinzu komme, dass die eher progressive, neue Regierung in Mazedonien großes Engagement an den Tag lege.

Die Konferenz dient auch der Diskussion und Festlegung von gemeinsamen Strategien der 57 Mitgliedsorganisationen von ERA (LGBTI Equal Rights Association) und wird u.a. aus Mitteln des Auswärtigen Amts und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung ermöglicht. Die Dachorganisation ERA vereint Mitgliedsverbände aus dem Westlichen Balkan und der Türkei. weiter…